Logo cinecorso Projekt Klassische Kinokultur in Köln

UFA Wochenschau-Theater

Schildergasse 32-34

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Betreiber

Eröffnung

Freitag, 19.Dezember 1941, 15.30 Uhr

Annonce
Annonce für die Eröffnung in: Der Neue Tag v. 18.Dezember 1941

Ort

Im Erdgeschoß des durch die Architekten Wilhelm Riphahn & Grod errichteten ehemaligen Indanthren-Hauses (die Indanthrenhaus GmbH bot ihre Textilerzeugnisse mittlerweile auf der Breite Straße 78/80 an), an dessen Platz sich bis 1929 die Apollo-Lichtspiele befunden hatten.

Projektionstechnik

unbekannt, vermutlich zwei Zeiss Ikon Ernemann VIIB Maschinen von der Ufa-Handelsgesellschaft.

Tonanlage

vermutlich Klangfilm

Zusatz-Feature

Schwerhörigen-Anlage

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Die Ufa-Wochenschau-Theater suchen Personal in: Kölnische Zeitung v. 12.Dezember 1941

Programm

NS-Wochenschauen, NS-Kriegspropaganda, Kulturfilme, Unterhaltung ununterbrochenes Programm von 9.00 bzw. 10.00 bis 21.00 Uhr. Das Personal arbeitete in Schichten von 10-15.00 sowie 15.00-21.00 Uhr

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Retrospektive Vom „Kintop zur Filmkunst“ mit Aufnahmen von 1900 im Wochenschau-Theater in: Der Neue Tag v. 3.Juni 1943
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Werbung für einen Querschnitt durch Max-Linder-Grotesken der Stummfilmzeit im Wochenschau-Theater in: Der Neue Tag v. 11.Juni 1943
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Werbung für den 10.000sten Besucher in: Der Neue Tag v. 14.Februar 1942

Ausstattung des Saals

350 bequeme Sessel, in Abständen und auf eine Weise angeordnet, die eine störungsfreie Zuschauerfluktuation ermöglichte.

Schließung

Das Gebäude wurde nach Juni 1943 durch Bombentreffer zerstört.

Bemerkung

In der zeitgenössischen Berichterstattung wurde darauf eingegangen, daß hier mit dem reinen Aktualitäten-Kino mit Unterhaltungseinlage und lokaler Berichterstattung ein Format aus der Anfangszeit der Kinematographie wiederbelebt wurde. Abgesehen von den Aufnahmen die Stollwercks „Cinématographe Lumière“ 1896 in Köln präsentierte, hatten auch die ersten überregionalen Kinobetreiber (AKG, Welt-Kinematograph, Internationales Biograph-Theater) in Köln, sowie Einzelunternehmungen wie das Tonbild-Theater 1907 selbstgedrehte Lokalaufnahmen im Programm.

Darüber hinaus bot das Programm der Wochenschau-Theater die perfekte Kombination aus harmlosen, teilweise die Frühzeit des Kinos heraufbeschwörende Zusammenschnitte mit der Deutschen Wochenschau, einem der wichtigsten Propagandainstrumente des Dritten Reichs.

Es gab bereits Wochenschau-Theater in Wien und Berlin, dieses war jedoch wohl das erste, eigens zu diesem Zweck erbaute im großdeutschen Reich, sowie das erste der Ufa.

Paul Jockel hatte bereits ein Jahrzehnt früher das von ihm als Kino für Jedermann 10 übernommene Passage-Theater zu einem Tageskino mit ununterbrochener Vorstellung gewandelt.

Ein Vorteil dieses neuen alten Kinotyps war, daß auch Jugendliche, denen in den Lichtspielhäusern der der Zutritt zu mancher NS-Zerstreuungs- und Unterhaltungs-Liebesschnulze und damit auch zu der vorangehenden Wochenschau verwehrt wurde, hier freien Zugang hatten und dem Desinformationskampagnen des Regimes ausgesetzt werden konnten.

Bereits ein Jahrzehnt nach der Eröffnung des Ufa-Wochenschautheaters sollte das Aktualitäten-Kino mit den AKI Kinos wieder ein Revival erfahren.

Quellen:
Der Neue Tag v. 18.12.1941

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