Karl Werner GmbH, Filmverleih- und Kinematographenbetriebsgesellschaft
Waidmarkt 13-15/Hohe Pforte 14
ZurückDie Gesellschaft wurde offiziell im Juli 1911 gegründet.
Gegenstand des Unternehmens war Vertrieb und Vermietung von Films, Vertrieb von kinematographischen Artikeln und Betrieb von Kinematographentheatern. Stammkapital:120.000 Mark.
Geschäftsführer waren Karl Werner aus Herne/Westfalen und Wilhelm Werner aus Köln.
Zur Deckung ihrer Stammeinlagen brachte Karl Werner sein unter seinem Namen geführtes Film-Verleih- und Verkaufsinstitut in die Gesellschaft, Wilhelm Werner sein in Herne geführtes Reform-Theater mit der kompletten kinematographischen Einrichtung.
Die Firma hatte das Alleinvertriebsrecht (Monopol) für Rheinland und Westfalen für Fime von Martin Dentler, Braunschweig.
Schon Ende 1910 hatte Karl Werner das bisher von Konstantin Haas als Hansa bzw. Central-Theater betriebene Kino auf der Hohen Pforte 20 übernommen und es unter dem Namen Reform-Theaterweitergeführt.
Bereits Ende 1911 ging das Kino jedoch an die Dekage, die es unter dem Namen kurzzeitig weiterbetrieb.
1912, in der Hoch-Zeit von Zensur und Jugendverbot bieten die Werners natur- und wissenschaftliche Films mit ausgearbeitetem Vortrag für Schulen und Behörden sowie äußerst dezente lokale Berichterstattung („Beisetzungsfeierlichkeiten für Kardinal Fischer in Köln“) als Kontrastprogramm zu den Titeln „Geisternacht“ und „Blutende Herzen“ (auch in der für Kinder zensierten Version erhältlich) zum Verleih an.2
Um 1914 residierte die Gesellschaft auf der Hohen Pforte 14, mit Dependance in Berlin, Große Frankfurter Straße 106. Im Juni 1914 erfolgte die Verlegung nach Düsseldorf. Im leergewordenen Geschäftslokal zog die Film-Verleih-Centrale Chr. Endres ein.
Quellen:
1 Grevens Adreßbuch für Köln und Umgegend, insbesondere auch Mülheim a. Rh. und Kalk/55.1909
2 Kinematograph Nr.293, 1912