Welt-Kinematograph
Schildergasse 72-74
ZurückBetreiber
Zweigniederlassung Köln der CWelt-Kinematograph G.m.b.H, gegründet in Freiburg im Breisgau. 1908 betrieb die Gesellschaft u.a. Institute in Freiburg, Köln, Düsseldorf, Karlsruhe, Straßburg, Augsburg, München, Nürnberg, St.Johann (Tirol). Im Februar 1908 besteht der Unternehmenszweck Errichtung und Betrieb von kinematographischen Instituten aller Art (reisenden und feststehenden in Städten des In- und Auslandes, der Betrieb von kinematographischer Straßenreklame, Erweiterung des Geschäftskreises durch Fabrikation von Films, Transparentplatten und Apparaten für fixe und kinematographische Projektionen, durch Handel mit den erwähnten Artikeln und Vertretung anderer Fabrikate bei Vorbehalt. 1909 wirbt das Unternehmen mit ca. 100 Beamten und Angestellten, einer eigenen Filmfabrik und 15 Geschäften(Kinematographen). 1913 warb die Firma mit Hauptsitz in Freiburg für die Lieferung von Rohfilmmaterial, Entwickeln und Kopieren von selbstaufgenommenem Negativmaterial und der Verfertigung von Filmschriften.1
Logo und Werbeslogan
Eine Weltkugel mit Nord-und Südpol, eingeteilt in Längengrade, durchbrochen von dem dreigeteilten Schriftzug Welt-Kinemato-graph. Dahinter das dunkle Weltall mit stilisierten Wolken. Daneben der Werbeslogan: „Größtes, ältestes und vornehmstes Theater lebender Photographien Kölns“ nur Schildergasse 72/74. Später auch: „Best bekannte Bildbühne Kölns“.
Kinoname
Kosmos, Welt(all), Universum waren gängige Namen bzw. Namensbestandteile für Kinos und Filmproduktionsfirmen.
Eröffnung
Am 14.April 1906, 18.00 Uhr
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Ort
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Ladenlokalität in dem von Architekt Robert Perthel konzipierten Neubau Schildergasse 72-74. Historischer Adresszusatz: Antoniterhof, die Grundstücke gehörten ursprünglich dem Antoniterorden)
Projektionstechnik
Die auch für die Werbung des Internationalen Biograph-Theater wortgleich eingesetzte Formulierung „durch leistungsfähige internationale Verbindungen sind wir in der Lage Ereignisse nach wahrheitsgetreuen (=biographischen) Aufnahmen in kürzester Zeit vorzuführen“ weist auf den Einsatz von US-Projektoren (Biograph) hin.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Begleitung der lebenden Photographien
Belehrender Text (Rezitation) oder Musikbegleitung (Grammophon)
Programm
Aktualitäten mit humoristischen, landeskundlichen o. ä. Einlagen
täglich ununterbrochen Vorstellung bis abends 22.00 Uhr. Dauer der Vorstellung 3/4 - 1 Stunde
Mit dem Aufkommen der Pariser Kinemas ca. 1908 nimmt der Weltkinematograph neben den Aktualitäten vermehrt französische Kunstfilme ins Programm und stilisiert sich neu als „Theater der Zukunft“.
Ausstattung des Saals
ca. 120 Plätze2
Schließung
1910 ist das erste ständige kinematographische Institut in Köln Geschichte. Max Rosenthal zieht mit seinem Geschäft für Handarbeiten und Modewaren von der Schildergasse 59 in das Ladenlokal Schildergasse 72/74.
1911 ist die Zweigniederlassung Köln erloschen.
Quellen:
1 Kinematograph Nr.337, 1913
2 Kölner Local-Anzeiger 15.April 1906