Ehrenfelder Volks-Kinematograph
Venloer Straße 350, Ecke Dechenstraße
ZurückBetreiber
- 1907 Joseph und Louise Erpelding
- 1910-1915 Louise Erpelding
Kinoname
Der Volks-Kinematograph sollte einen niederschwelligeren, volksnaheren Zugang zum neuen Medium Kinematographie vermitteln, als die etwas elitär wirkenden Biographischen Institute. Zudem sollten wohl auch Preise und Ambiente volkstümlich gestaltet sein.
Eröffnung
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Die Erpeldings eröffneten das Ehrenfelder am 1.Ostertag (31.März) 1907 unter dem Namen Ehrenfelder Volks-Kinematograph, Theater lebender Photographien. Später nannte Erpelding sein Kino in Ehrenfelder Volks-Theater um.
Ort
Ladenlokal Venloer Straße 350, der Eingang befand sich an der Dechenstraße.
Einführung der Tonbildprojektion
Bereits am Freitag, den 4. Oktober 1907 erfolgte die Neueröffnung des Ehrenfelder Volks-Theater für singende und sprechende Photographien1.
Projektionstechnik
Bei der Neueröffnung Alfred Duskes Vitograph Projektor mit Cineton-Starkton-Platten und Auxetophon.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Begleitung der lebenden Photographien
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Zur Eröffnung 1907 Klavierbegleitung, später auch Grammophon (Im März 1908 annoncierte Erpelding aus Platzmangel drei Edison-Phonographen mit Motorantrieb für Wirte), elektrisches Orchestrion, Klavierbegleitung: Erpelding bot in einer Zeitungsannonce ein neues elektrisches Orchestrion (als Schnäppchen für Wirte) gerne auch im Tausch gegen ein Klavier an2.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Joseph Erpelding arbeitete öfter mit dem Restaurateur (Gastwirt) Joseph Kühbach zusammen. Kühbach war vermutlich für den ans Kino angeschlossenen Restaurantbetrieb zuständig. Mit Reinighaus war vermutlich Wilhelm Reininghaus gemeint, damals wohnhaft in der Marienstraße in Ehrenfeld und ab 1909 als Portier tätig. Ernst Honsberg wohnte im Haus Venloer Straße 350A und betätigte sich vermutlich als Vorführer.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Programm
Ab Eröffnung 1907 täglich Vorstellung, werktags ab 15.00 Uhr, Sonntags ab 11 Uhr. Platzpreise: I. 50 Pfg, II. 30 Pfg III. 20 Pfg, Kinder die Hälfte. Nach Neueröffnung täglich Vorstellungen werktags ab 17.00 Uhr, Sonntags ab 11 Uhr. Jeden Samstag Programmwechsel. Entree 30 bzw. 20 Pfg. Kinder die Hälfte.
Ausstattung
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1907 hatte das Volks-Theater 500 Sitzplätze3 Stand Januar 1909 verfügte das Volkstheater über zwei übereinander liegende Säle und 400 Plätze
Im Mai 1909 wurde ein riesiger amerikanischer Ventilator im unteren Saal eingebaut.
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Ende des Jahres 1908 bekammen die bodenständigen Erpeldings Konkurrenz durch den Show-Man William Böhme.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Nachdem Erpelding 1910 mit 47 Jahren früh verstarb, führte Louise Erpelding das Volkstheater weiter.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Schließung
Witwe Erpelding führte das Volkstheater vermutlich noch bis ins erste Jahr des 1.Weltkriegs. 1916 erscheint es nicht mehr in Grevens Adressbuch.
Quellen:
1 Kölner Lokal-Anzeiger v. 4.Oktober 1907
2 Kölner Lokal-Anzeiger v. 26.Oktober 1908
3 Kölner Lokal-Anzeiger v. 18.Oktober 1907