Evolution des Tonfilms in Köln und Umgebung
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Tatsächlicher Tonfilm im Sinne von einem seitlich der Bildinformation auf dem Filmband einkopierten aufbelichteten oder aufbeschichteten Ton, setzte sich erst Ende der 1920er Jahre durch.
Von den Anfangsjahren der Serienbildphotographie bis dahin existierten verschiedene asynchrone und synchrone, manuelle und automatisierte Formen der akkustischen Bildbegleitung.
1896-1920 Frühe asynchrone Bildbegleitung
mechanische Musikautomaten
Grundsätzlich war es immer möglich, die Präsentation der lebenden Bilder mit Musik zu unterlegen, z.B. verfügten Weinhäuser und Restaurationen über einen Musikautomat (Qrchestrion, Symphonion etc.) der auch bei Gastvorführungen von Wanderoperateuren eingesetzt werden konnte,oder es war zumindest ein Phonograph oder Grammophon vorhanden, welches während der Vorführung von einer Hilfsperson bedient werden konnte.
Pianola, Phonola,
Um die Jahrhundertwende und in den ersten Jahren danach dienten selbstspielende Klaviere wie die Phonola zur Filmbegleitung. Mehr dazu in unserer kuriose Geschichte über Drei Notenrollen für eine Phonola aus den Ehrenfelder Union bzw. Urania Lichtspielen.
manuelle Musik
Daneben war natürlich auch die Begleitung durch Musikinstrumente (Klavier, Harmonium, Geige etc.) durch Solokünstler oder Kino-Kapellen gebräuchlich. Bei größeren, eleganteren Kinos gab es auch schon kleinere Orchester mit Kapellmeister.
Sprache statt Musik
Begleitung der bewegten Bilder durch (Kino)rezitator*innen. Auch hybride Begleitformen wie der Hermoniumspielende Rezitator waren möglich.
Frühe synchrone Bildbegleitung
mechanisch-elektrische Kopplung von Bild und Ton
Um 1903 wurde die Technik des Synchronbilds marktreif.
1915-1926 Filmopern, Filmoperetten
Nachdem im 1.Weltkrieg das Kinoprogramm wegen Einfuhrverbot und Boykott ausländischer Filme ziemlich verarmt war, versuchte man es mit Filmopern. Sozusagen Tonbilder mit lebendem Ensemble statt Grammophon. Mehr dazu auf unserer Themenseite.
1920-1929 Kinoorgeln, lebende Klangkörper
Vom Kientopp zum Kunstfilm
Kinoorchester
Anfang der 1920er Jahre waren die mechanischen Begleitformen und die Filmrezitation in Deutschland weitgehend obsolet geworden. Man assoziierte diese mit dem altmodischen Begriff des Kientopp (auch Kintopp). Von seinen bescheidenen Anfängen hatte der stumme Film sich zu einer eigenen Kunstform entwickelt, für die eine adäquate Illustration am besten mittels eines lebendem Klangkörpers erzeugt wurde. Auch bei kleineren Kinos wurde die mechanische Musik zumindest durch eine einigermaßen versierte Kinokapelle ersetzt.
Die teils großen Kinoorchester wurden von einem Kino-Kapellmeister geleitet, der zur Illustration des jeweiligen stummen Hauptfilm eine Musikaufstellung zusammenstellte. Interessanterweise erlebte die zur Synchron-Ton-Zeit etablierte Fernsteuerung mittels Uhren, optischen und akustischen Signalen ein Revival in erneuerter Form. Nun war es Aufgabe des Vorführenden, anhand dieser Signale den Lauf des Projektors den Vorstellungen des Kapellmeisters anzupassen. Wir stellen auf unserer Themenseite mehrere Musikaufstellungen und die damit zusammenhängenden Aufgaben des Vorführenden vor.
Filmmusikkomponisten stellten für die Werke zur Illustration aller möglichen Stimmungen und Zustände her. Die Kinemusic Record Company aus London brachte Stücke dieser Cinema Incidental Music auf Grammophon-Schellack-Platten heraus.
1926 Die Kinoorgel
Paul Jockel gebührt wohl das Verdienst, 1926 die erste Kinoorgel in einem Kölner Kino aufgestellt zu haben.
Geräuscheplatten
Neben der Kinoorgel konnte man auch Platten mit Kolportagegeräusche - Eisenbahnfahrt, Straßenlärm, Maschinen
1927 Die ersten Tonfilmsysteme
Nadel- und Lichttonfilm
Die 1928 von den USA auf den deutschen Markt gebrachten Systeme gliederten sich in zwei Systeme, den Nadeltonfilm (Schallplattentonsystem) und den Lichttonfilm.
Magnettonfilm
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