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Projektionsarten

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Aufsichtsprojektion

Die bekannteste Art der Projektion ist die Aufsichtsprojektion, bei der sich das Projektionsgerät hinter den Zuschauern befindet. Üblicherweise befand sich der Projektor hinter einer Trennwand, in einem feuerfesten (Holz-)verschlag oder in einer sich in einem oft höhergelegten (Neben-)raum befindlichen Vorführkabine. Eine für die Aufsichtsprojektion geeigente Leinwand muß undurchsichtig sein und das Licht reflektieren. Sie besteht aus dichter gewebtem Material (z.B. Schirting). Höhrere Reflexionsfähigkeit und damit Helligkeit erreichte man durch einen metallischen Überzug z.B. einer Schicht kohlensaurer Magnesia vermischt mit Kleister oder einer Gelatinelösung um die Poren des Gewebes nach dem Trocknungsvorgang zu schließen1. Um 1908 aufkommenden metallisierte Leinwände wurden auch als Silberwände beworben. Weitere Informationen folgen.

Durchsichtsprojektion

Schon in der Epoche der Nebelbilder war die rückwärtige Projektion auf eine durch Befeuchten mit glyzerinhaltigem Wasser durchsichtig gehaltenen Leinwand aus feinem Gewebe angewendet worden.

Um 1908 erlebte die Durchsichtsprojektion ein Comeback. Statt hinter einer durchscheinenden Leinwand stand der Vorführapparat nun hinter einer hochglanzpolierten Spezialglasscheibe (Spiegelglasfäche), die als Projektionsfläche diente. Die Scheibe befand sich in einem abgetrennten Raum, einer mobilen Trennwand etc. Operateur*innen mußten den Projektor in relativer Dunkelheit bedienen. Auf diese Weise war es möglich, bei Sonnenlicht oder (reduzierter) elektrischer Saalbeleuchtung zu projezieren. Damit wurden die starken Hell-Dunkel-Übergänge bei der Projektion aus der Vorführkabine in den verdunkelten Saale vermieden, die, wie das Flimmern des Filmbildes aus der Frühzeit der Projektion als augenschädigend angesehen wurden. Dies erleichterte den Betrieb von Kinematographen in Restaurants und Vortagssälen etc. Darüber hinaus minderte die Trennwand mit der Scheibe die Geräusche des Projektors. Die Brüder Antoine und Prosper Poch aus Frankreich hielten ein Patent auf diese Form der Vorführung2.

1914 wurde in England eine weitere Form der Durchsichtsprojektion, auch Tageslicht-Kino genannt, entwickelt. Hierbei bestand die Leinwand aus pergamentartigem Stoff. Der Projektor stand wiederum hinter dieser Leinwand, die spiegelverkehrte Projektion war vor der Ära des Lichttonfilms unproblematisch. Eine Verstärkung des Projektionslichts war wohl nicht nötig, wegen der Nähe der Lichtquelle zur Leinwand war der Stoff flammhemmend präpariert worden. In zeitgenössischen Berichten wird der Vorteil der Projektion in erhellten Räumen insbesondere für wissenschaftliche Filme hervorgehoben, Studierende konnten bei Beleuchtung währens der Vorführung Notizen machen, ihre Augen wurden dabei geschont.

Durchsichtsprojektion in Köln

Nach unseren Recherchen setzte Emil Schilling die gerade aufgekommene Durchsichtsprojektion auf Spiegelglas bei beleuchtetem Saal 1908 in seinem neueröffneten Pariser Kinema ein.

Die Kölnerin Anna Maria Cönen meldete 1908 ein Patent auf Durchsichtsprojektion an.

Das im Jahr 1938 als Regina wiedereröffnete vormalige Hansa Theater in der Weidengasse hatte nach Zeitungsberichten eine Projektionsfläche aus Glas.

Revival der Durchsichtsprojektion

In den 1960er Jahren wurde die Durchsichtsprojektion auf Milchglasscheiben noch einmal reaktiviert. Grund dafür war die Einrichtung von Schachtelkinos wie dem Corso Studio in jedem noch so engen nicht genutzten Raum. Eine direkte Durchsichtsprojektion (180° Drehung des Projektors im Vergleich zur Aufprojektion) war zu dieser Zeit wegen der jetzt einseitig auf das Filmband aufgebrachten Tonspur nur mit Anpassungen der Projektionsmaske und der Lichttonabtastung möglich. Um diese zu vermeiden, lenkte man das projezierte Bild indirekt über Spiegel auf die Projektionsscheibe.

Weitere Projektionsarten

Vorführungen der ab ca. 1911 aufkommenden Varianten der dreidimensionalen Projektion (Oskar Meßters Alabastra, Filmplastikon) sind für Köln bisher nicht belegt. Weiteres folgt

Quellen:
1 Hans Schmidt, Die Projektion photographischer Aufnahmen, Verlag von Gustav Schmidt, Berlin 1908 2 Kinematograph Nr.156, 1909