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Monopol-Theater - Kino für Jedermann 1

Severinstraße 226

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Betreiber

Annonce
Eröffnungsannonce für das Kristall-Palast Varieté in: Mülheimer Volkszeitung v. 17.April 1919
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Der in Haus Severinstraße 228 wohnhafte Albert Wertheim führte 1919 dort die Kino-Verwertungs-Gesellschaft mbH. Unternehmenszweck: Einrichtung und Verwertung von Kinos im Rheinlande und Betrieb damit in Zusammenhang stehender Geschäfte. 1932 betrieb er von dort aus mit Jean Nesseler (Lichtburg) die Kino-Betriebs Gesellschaft mbh Severinstraße 228, Unternehmenszweck: Erwerb und Betrieb von Kinos.

Kinoname

Kristallpalast: Nach dem Kristallpalast auf der Londoner Weltausstellung im Jahr 1851.

Eröffnung

Annonce
Eröffnungsannonce für das erste Jedermann-Kino in: Kölner Lokal-Anzeiger v. 19.Oktober 1928
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Samstag, 20 Oktober 1928

Annonce
Jockel sucht ein Panzerkreuzermodell für seine Werbekampagne zum Kölner Lokal-Anzeiger v. 13.Oktober 1928
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Ort

Der seit ca. 1866 bestehende Viktoria-Saal auf der Severinstraße 226 (Severinsviertel) wurde für Karnevalsfestlichkeiten, Kabaretts, Marionettentheater aber auch Vereins- und Protestversammlungen genutzt. Seit April 1919 befand sich dort ein Spezialitäten-Theater namens Kristall-Palast. in dem Varieté- Vorstellungen und Ringkämpfe stattfanden. 1928 ließ Paul Jockel den Viktoria-Saal, zu einem einfach, aber geschmackvoll eingerichteten modernen Kino umbauen2.

Ab ca. 1932 führte Hugo Caroly sein Elektro-Installationsgeschäft in der Severinstraße 224.

Eröffnung

Eröffnung für Presse und geladene Gäste: Freitag 19.Oktober 1928

Offizielle Eröffnung war am Samstag, 20. Oktober 1928, Gast: der Schriftsteller Alexander Morskoi.

Bei der Premierenfeier (Freitag) hob Jockel die Wichtigkeit der Begleitmusik für die Wirkung des bewegten Bildes hervor. Konzertorganist Herkrath spielte (auch zum Eröffnungsfilm) Der Düsseldorfer Schriftsteller Lommen sprach über die Bedeutung des Films als Kunst des Volkes3.

Eröffnungsfilm (beide Tage): „Panzerkreuzer Potemkin“ in original russischer ungekürzter Fassung.

Projektionstechnik

unbekannt

Filmillustration

1928 Kinoorgel der Firma Ernst Seiffert Söhne mit 131 Registern. Die Orgel soll 7 Meter lang, 3 Meter breit und 18 Meter hoch. 5 Jahre Jedermann. Organisten: H.Mallmann, Karl Tusche4 Vom Sehen im Dunkeln S.54

1929 Tonsprechanlage System „Pajo“ für direkte Übertragung der musikalischen Illustration wie auch die Wiedergabe von Gesängen und Geräuschen der Filmhandlung in den Zuschauerraum5.

Annonce
Jockel sucht einen Organisten für die Kino-Orgel in: Der Mittag v. 9.Mai 1929
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1931 Das Jedermann-Kino-Konzert-Orchester aus arbeitslosen Kino-Musikern

Personal

1937 1. Operateur(Chefvorführer)/Betriebsleiter: August Licht

Programm

folgt

Wie in anderen Jedermann-Kinos fanden auch in diesem Kino nach Programmschluß an Wochenenden weiter Ringkämpfe etc. statt. Diese fanden in Räumen hinter der Kinoleinwand bzw. durch Hochziehen der Leinwand statt6.

Ausstattung des Kinos

Der große in mattem Grün gehaltene Saal enthält 750 Sitzplätze. In den nach amerikanischer Art eingerichteten Erfrischungsräumen kann man Speisen und Getränke erwerben. In der Vorhalle gibt es außer der Kleiderablage ein Büfett7 und den Monopol(-Bier)-Ausschank.

Schließung

Das Kino wurde im 2.Weltkrieg zerstört und nicht wiedereröffnet7.

Quellen:
1 Grevens Adreßbuch für Köln und Umgegend
2 Kölner Lokal-Anzeiger v. 18.Oktober 1928/Kölner Lokal-Anzeiger v. 19.Oktober 1928
3 Kölner Lokal-Anzeiger v. 21.Oktober 1928
4 Bruno Fischli, Hrsg.Vom Sehen im Dunkeln, S.54
5 Kölner Lokal-Anzeiger v. 24.Januar 1929
6 Bruno Fischli, Hrsg.Vom Sehen im Dunkeln, S.54
7 Kölnische Zeitung v. 20.Oktober 1928/
8 Bruno Fischli, Hrsg.Vom Sehen im Dunkeln, S.54