Kinematographen in Köln
Evolution des Kinos in Köln
Zurück1794 - 1814
Köln unter französischer Herrschaft.
1815
Wiener Kongress – das Rheinland wird dem preußischen Königreich zugesprochen.
1820
Vorformen beweglicher Bilder in Köln
Nebelbilder, Wandelbilder und Chromatropen gelten als Vorläufer der Kinematographie. Wir beleuchten die Technik dahinter und dokumentieren einige bekannte Präsentatoren dieser Bilder in und aus Köln. Als weitere präkinematographische Bilderschauen gelten alle Arten von Panoramen und Stereoskopen.
1871
Deutsch-Französischer Krieg, Gründung des Deutschen Reichs. Wilhelm I, König von Preußen, wird erster deutscher Kaiser.
1888
Krönung von Wilhelm II.
1896
Die ersten lebenden Photographien in Köln
Cinematograph Lumière
Süßwarenfabrikant Ludwig Stollwerck investierte massiv in die erfolgsversprechendsten Ton- und Bild-Automaten. Im April 1896 initiierte die Deutsche Automaten-Gesellschaft Stollwerck & Co die erste öffentliche Vorführung von Filmen, aufgenommen und projeziert von dem ausgereiftesten Kamera-Projektions-Apparat seiner Zeit: dem „Cinématographe Lumière“.
Der Kinematograph erobert Köln
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Danach gab es kein Halten mehr, kleinere und größere Hersteller strömten auf den Markt. Da zeitgleich zum Projektionsgerät auch das zu projezierende Material erst einmal hergestellt werden mußte, boten sich kombinierte Aufnahme-Abspiel-Geräte wie das der Gebrüder Lumière an. Ende des Jahres 1896 nutzten begabte Einzelkämpfer wie der am Ende glücklose französische Erfinder Henri Joly Ladengeschäfte in Köln, um Lizenznehmer für seine kombinierten Apparate zu finden. Auch die American Mutoscope & Biograph gündete 1898 einen deutschen Ableger. Der aus Österreich-Ungarn stammende Gabriel Kaiser warb in der Kölnischen Zeitung für seinen Kinematographen und von ihm hergestelltes Filmmaterial. In Deutschland konstruierten u.a. Oskar Meßter, Hermann O. Foersterling, Alfred Duskes, Hugo Droese und Willy Hagedorn kinematographische Apparate.
1897
Der Kinematograph erobert die Vergnügungsstätten
Erworben wurden die Geräte von Schaustellern, Taschenspielern und Zauberkünstlern, die in der Folgezeit mit ihren Wanderkinematographen durch die Säle der Rheinprovinz tourten. Ab 1897 wurden sie regelmäßig als Zusatzattraktion (meist am Schluß oder in den Pausen) in sogenannten Spezialitäten- oder Varietäten-Theatern wie dem Apollo Theater, Scala Theater, dem Reichshallen-Theater, dem Colosseum und der Philharmonie gebucht. 1898 sprang auch das Kuriositäten-Kabinett Castans Panoptikum auf den Zug auf. Zeitgleich folgte die Event-Gaststronomie, auch Zirkus, Kirmes und Jahrmarkt. Innerhalb der Themenseiten stellen einige der bekanntesten OperateurInnen an ihren bevorzugten Spielorten vor.
Populäre Bezeichnungen für die ersten Filmprojektoren, die, obwohl sie zeitweise patentgeschützt waren, immer wieder benutzt wurden, waren Kinematograph und
Bioskop. Der Begriff Kinematograph war von dem Franzosen Bouly eingeführt, von den Gebrüder Lumière bekannt gemacht und von
Stollwerck sogar zeitweise patentiert worden1. Erst im Jahr 1909 wurde dieses Patent aufgehoben. Den Begriff Bioskop soll der Optiker Jules Duboscq
erstmalig benutzt haben. Daneben gab es Unmengen von Neuschöpfungen und Derivaten, die meist auf -„graph“ oder „-skop“ endeten.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1899
1899 Anschütz in Köln
Im Dezember 1899 präsentiert das Kölner Stadt-Theater, damals unter der Leitung von Julius Hofmann, die Palästinafahrt des deutschen Kaiserpaares in 150 Wandel-Lichtbildern nach photographischen Aufnahmen von Ottomar Anschütz.
1900
Der Kinematograph erobert ein katholisches Traditionshaus
Zu Beginn des Jahres 1900 stellte der Gastwirt Lucas J. Brehm der Deutschen Mutoskop & Biograph einen Saal im Fränkischen Hof zur Präsentation exklusiver Aufnahmen von Papst Leo, damals noch in gloriosem 68mm-Breitfilm-Format, auf ihrem patentierten Biograph-Projektor zur Verfügung.
1904
Tonbild-Pioniere
Das Reichshallen-Theater präsentiert eine Kombi-Vorführung aus Phonograph und Kinematograph System Buderus.
1905
jetzt werden im Reichshallen-Theater Tonbilder nach dem Patent Oskar Messters vorgeführt.
1906
Erfindung der ersten Verstärkerröhren - Der Österreicher Robert von Lieben läßt die Liebenröhre patentieren. Der Amerikaner Lee De Forest die Audion-Röhre.
Pionierkinos - Kinopioniere
Welt-Kinematographen, Biographische Institute - die ersten Aktualitäten Kinos
1906 eröffneten zwei überregional tätige Kinematographengesellschaften die ersten eigenständigen Kinos in der Innenstadt von Köln: im April der Welt-Kinematograph auf der Schildergasse 72-74 und im Mai das Internationale Biograph Theater auf der Hohen Pforte 10.
Im August eröffnete die große Frankfurter Kinokette Allgemeine Kinematographen Gesellschaft mbH (AKG) auf der Hohen Straße 23-25 das Union-Theater.
Diese Vorläufer der Aki(Aktualitäten) -Kinos setzten auf amerikanische bzw. von deutschen Zweigfirmen hergestellte Projektionstechnik wie die der Deutschen Mutoskop & Biograph, die mittlerweile auf das den Markt dominierende 35mm Normalformat umgeschwenkt war, bzw. der Deutschen Bioskop (Vitaskop). Sie zeigten überwiegend von diesen Firmen lizenziertes Material oder auch von ihnen selbst hergestellte Aufnahmen. Die Programmgestaltung entsprach den später aufkommenden Wochenschauen mit Neuigkeiten und Dokumentationen aus aller Welt, aufgelockert durch humoreske Einlagen.
Einzelunternehmungen
Im Oktober 1906 eröffnete Franz Drescher Dreschers Theater lebender Photographien auf der Ehrenstraße 8.
Rolf Randenrath lud Weihnachten 1906 zum ersten Mal in sein Kosmos auf der Hohestraße 9a ein.
Wanderkinematographen
Aber auch der Wanderkinematograph hat in den Spezialitäten-Theatern und besonders an hohen Feiertagen auch in Miet- und Restaurationssälen noch Konjunktur. Im Reichshallen-Theater und im Colosseum gastieren regelmäßig Wanderkinematographen. Zur Weihnachtszeit im Jahr 1906 präsentierte ein Wander-Operateur namens Nick saisonbedingt die Passionsspiele auf Nick's Original Kinematograph im sonst auch für Auktionen und Versammlungen genutzten Overstolz-Saal, Eigelstein 51.
1907
Das 35mm-Normalfilm-Format wird zum Standard. Die erste 70mm-Breitbild-Ära der Filmgeschichte ist vorerst vorbei.
Bunte Wochen
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Das Internationale Biograph Theater und das Union-Theater zeigen regelmäßig Bunte Wochen. In den Vorstellungen laufen mehrere kolorierte Filme (Farbenfilms). Auf unserer Themenseite stellen wir Kölner Kolorist*innen sowie die gängigen Verfahren vor.
Kuriositäten-Kabinett-Kinematograph
Mitte Januar meldete Castans Panoptikum als neueste Attraktion ein integriertes ständiges Kinematographen-Theater amerikanischen Stils. Das Bijou-Vitascope-Theater ist das dritte Kino auf der Hohe Straße und befindet sich genau neben dem Kosmos Kine-Theater.
Der Volks-Kinematograph - Pionier der Stadtteil-Kinos
Als Gegenpol zu den etwas elitär anmutenden „Biographische Instituten“ gründete Familienvater und Kaufhausbetreiber Joseph Erpelding am 31.März das wohl erste Kino im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, den Ehrenfelder Volks-Kinematographen mit angeschlossener Gastronomie.
Ein zweiter Kinematograph auf der Ehrenstraße
Der Luisensaal in der Ehrenstraße 18 beherbergt Mitte Mai ein Kino.
Nippes bekommt seinen Kinematographen
Am 24.August eröffnet das Biophoto-Theater auf der Neusser Straße im Stadtteil Nippes.
Ein weiteres Kino auf der Hohen Phorte (Verlängerung der Hohe Straße)
Im September eröffnete der Hansa-Kinematograph auf der Hohen Pforte 20.
Hoch-Zeit der Tonbilder in Köln
Im April 1907 zeigt Castans Panoptikum für kurze Zeit Tonbilder.
Pünktlich zum 1.Mai kündigt das Union-Theater der AKG die Einführung von Synchronbildern an.
Anfang Mai öffnete auf der Schildergasse 70 in Köln eines der, von Messters Projektions AG in mehreren großen Städten betriebene Biophon-Theater, benannt nach der von ihm patentierten Tonbildapparatur, die dort zum Einsatz kam.
Im August gründete der Sprechmaschinen-Händler Friedrich Büttgen mit Leo Mandl das Tonbild-Theater.
Im September warb dann auch Joseph Erpeldings Ehrenfelder Volks-Kinematograph zum ersten Mal mit Tonbildern. Auch in der Wahl der Technik gab Erpelding sich volksnah. Er setzte auf Projektionstechnik und Lizenzproduktionen des Berliners Alfred Duskes, einem der bekannteren Konkurrenten Oskar Meßters. Im November eröffnete Erpelding im damals noch nicht in Köln eingemeindeten Mülheim am Rhein ein weiteres Tonbild-Kino, das Rheingold-Theater in einem Neubau auf der Buchheimer Straße 9-11.
Gastro-Kinematographen
- Im September gründet Restaurateur Fritz Peters die Phono-Kinematograph-GmbH, zum Betrieb einer Art mobilem Miet-Kinematograph mit Phonographenbegleitung für Restaurants und Festsäle.
- Im Oktober ergänzt Schankwirt Sigismund Kappes seine Restauration auf der Weyerstraße um einen Kinematographen.
Namentlich nicht bekannte Kölner Kinematographen, 1907 oder früher:
- Henry Hohl, betreibt einen Kinematographen am Oberländer Ufer 178
- Johannes (Hans) Huhnen betreibt einen Kinematographen auf der Eifelstraße 62
1908
Erpelding eröffnet weitere Kinos
Zum Jahreswechsel 1907/1908 startete Joseph Erpelding sein nächstes Tonbild-Kino, das Edison Theater auf der Severinstraße 213.
Mülheim bekommt seinen Kinematographen
Der Gastwirt Joseph Kühbach, in Erpeldings Volks-Kinematograph für die Gastronomie tätig, wandelte einen Saal seiner Restauration auf der Wolfstraße 69 in Köln-Mülheim zum Central-Theater um.
Ein weiterer Gastro-Kinematograph
Im April sucht Schankwirt Weinen einen neuen Pächter für seinen Gastro-Kinematographen auf der Severinstraße 95, später bekannt als Severin Kinema.
Ein weiteres Kino auf der Hohe Straße
Nach erfolglosen Ausflügen ins Geschäft der Automatenhallen und Kuriositätenkabinette entdeckt Constantin Haas das Kino und eröffnet den Columbus Kinematograph auf der Hohen Straße 3. Auf deren Verlängerung, der Hohen Pforte hatte er das Biograph Theater und den Hansa-Kinematograph übernommen.
Emil Schilling - Aufstieg eines Kölner Kinomoguls
Im April eröffnet Emil Schilling, wohl mit stiller französischer Beteiligung eines der gerade in Mode gekommenen Pariser Kinemas und bereichert die Hohen Straße damit um ein weiteres Kino.
Die Filmproduktion wandelt sich
Die Zeit der reinen Aktualitätenberichte, Dokumentationen und Aufnahmen aus der Umgebung mittels Projektoren, die gleichermaßen Aufnahme- wie Abspielgeräte sind ist vorbei. Kunst- und Sensationsfilme aus amerikanischer und besonders französischer Produktion werden beliebter. Der Name von Schillings Neueröffnung deutet es an: Nun und in Folge bis zum 1.Weltkrieg dominierte nicht mehr das Monogramm-Logo der American Biograph die Leinwand, sondern die Margerite von Léon Gaumont, der gallische Hahn von Pathé und der blitzende Stern der Eclair.
Schilling setzte auf die wieder einmal angesagte Technik der Durchsichtsprojektion. Mit dieser experimentierte auch die Kölnerin Anna Maria Cönen und meldete im September ein Patent an.
Gründung der Freien Lichtbild-Bühne GmbH, Köln., eines weiteren Unternehmens für mobile Kinoveranstaltungen.
Weitere Vorstadtkinos
Im Dezember 1908 eröffnete Wilhelm Böhme mit dem Helios Kinematographen auf dem Gelände der ehemaligen Helioswerke das zweite Kino in Ehrenfeld.
Um die selbe Zeit lädt Wilhelm Nießen in sein Viktoria Theater auf der Hauptstraße 89 im noch nicht in Köln eingemeindetem Kalk und bekommt bald Konkurrenz durch einen Kinematograph auf der Kalker Hauptstraße 91-97, später bekannt als Apollo Theater.
1909
Theater werden zu Kinos
Das Apollo Theater auf der Schildergasse 34 wird unter Pächter Heinrich Hagen zur Lichtbildbühne.
Joseph Hansberger wandelt das Scala Theater zum Scala-Cinema und Tonbild-Theater.
Erste Farbenfilms kommen auf den Markt
Nach dem 1906 erfundenen Kinemakolor-Verfahren gedrehte Filme laufen auch in deutschen Kinos.
Hoch-Zeit der Pariser Kinemas
Zu Ostern eröffnete der Köln-Lindenthaler Vergnügungs-Park gegenüber Decksteiner Mühle mit integriertem Pariser Kinema.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Auch auf der Freiheitstraße 39 in Mülheim eröffnete ein Pariser Kinema.
Constantin Haas begegnet der Konkurrenz durch Schillings Pariser Kinema auf der Hohe Straße mit der Umbenennung seines Columbus Kinematograph in Cinéma Palais. Den Hansa-Kinematograph wertet er durch den damals ebenfalls Mode werdenden Namen Central-Theater auf.
Plastischer Film
Oskar Messter bringt sein Alabastra-Verfahren auf den Markt.
1910
Bewegtbildstürmer
Die besonders im katholischen Rheinland präsenten Männervereine, deren Mitglieder schon gegen die an Erwachsene gerichteten Bildfolgen der Kurbeldaumenkinos (Mutoskope) in den Automatensalons Sturm gelaufen waren, entdecken mehr und mehr die Gefahren des Kinematographen.
Im April 1910 eröffnete Joseph Erpelding sein viertes Kino, das Central-Theater in Nippes, Neußer Straße 315. Im Oktober verstirbt Erpelding überraschend. Seine Witwe Louise führt das Central-Theater und das Ehrenfelder Volks-Theater weiter. Die Leitung des Rheingold-Theater hatten die Erpeldings bereits 1908 an Georg Graeff, vermutlich einen Bruder Louises übergeben.
Weitere Kinoeröffnungen:
Zwei neue Kinematographen auf der Severinstraße, Erpeldings Edison Theater auf der Severinstraße 213 ist schon Geschichte.
- März: Tonbild-Cinema, Severinstraße 152
- Mai: Triumph-Theater-Kinema, Severinstraße 235-237
- Juni: Hohenstaufen-Kino, Hohenstaufenring 42, ebenfalls ein Tonbild-Theater
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Kinoeröffnungen in den Vorstädten:
Ein weiteres Kino auf der Buchheimer Straße:
- das Thalia Kinema, Buchheimer Straße 70.
- ein Kinematograph, Kalk-Mülheimer Straße 81
1911
Karl Werner GmbH, Filmverleih- und Kinematographenbetriebsgesellschaft aus Herne in Westfalen, übernimmt das Central-Theater auf der Hohen Pforte.
Weitere Kinoeröffnungen
- Im Mai feiert das in einem Restaurationssaal entstandene Stadtwald-Kinema auf der Dürener Str.227 seine Premiere.
- Im Dezember öffnet der Vergnügungspalast Groß-Köln in der Friesenstraße erstmals seine Tore
Kinoeröffnungen in den Vorstädten:
- Wilhelm Nießen betreibt die Corso Lichtspiele auf der Kalker Hauptstraße 145-147.
- Im August eröffnet Nießen ein weiteres Lichtspiel Theater auf der Kalker Hauptstraße 211-213
- Im Dezember eröffnet Georg Stöcker ein Monopol Theater, in der Kapitelstraße 1A in Kalk.
- Am 23.Dezember eröffnet mit den Kaiser Lichtspielen in Mülheim ein drittes Kino auf der Buchheimer Straße.
Kinos, die um 1911 oder früher existierten
- Seit ca. 1911 existiert das Excelsior Kinema auf der Berrenrather Straße 155 in Sülz.
- ebenfalls seit ca. 1911 das Luna-Kinema, Eigelstein 66.
15 Jahre Kino in Köln
In den 15 Jahren seines Siegeszuges in Köln hat der Kinematograph sich entwickelt.
War er anfänglich Einlage bzw. Schlußnummer zwischen oder nach den Varieté-Vorstellungen ...
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Ach ja, sogar seine erste Synchron-Ton-Phase hatte er schon durchlebt, allerdings mit mäßigem Erfolg, weswegen diese nun in den letzten Zügen lag.
1912
Monopol-Filme und Monopol-Kinematographen
Monopol-Filme waren zugkräftige Spielfilme (Kassenschlager), die von einem Kinematographenbesitzer für einen bestimmten Zeitraum für sehr hohe Beträge von der Verleihgesellschaft, die die exklusiven Verleihrechte an dem Film hatte, gemietet werden konnte. Dieser Kinematograph besaß dann das Monopol für den Film am Ort. Viele zwecks Monopolerwerbung neueröffnete Kinematographen nannten sich der Einfachheit halber Monopol (Kino etc.). Zu den Monopolfilmen zählten z.B. die amerikanischen Monumentalfilme von Cecil B. DeMille mit christlich-religiösem Inhalt sowie insbesondere die nordischen Dramen mit der dänischen Filmgöttin Asta Nielsen und ihren Regisseur Urban Gad. Die aus der AKG hervorgegangene PAGU (Projektions-AG Union) Filmgesellschaft nimmt das Traumpaar unter Vertrag, Gaumont baut derweil die französischen Kino-Königin Suzanne Grandais und den Regisseur Leonce Perret auf. In den nächsten Jahren entstehen die ersten Kino-Paläste.
Die Dekage - Kölns erste große Monopolfilm-Produktionsgesellschaft
Der aus Köln-Mülheim stammende Christoph Mülleneisen Sr. hatte Nielsen für die PAGU abgeworben. Ende 1911 gründete er die Dekage. Sein Kompagnon Bernhard Schwartz übernimmt in und außerhalb Köln reihenweise Kinos bzw. wandelt bestehende Theater in solche um.
Weitere Kinoeröffnungen
- Im März eröffnet das Monopol-Kino, Hohenzollernring 30
- Im Oktober feiert Emil Schillings Modernes Theater, Breite Straße 21 Premiere.
Kinoeröffnungen in den Vorstädten:
- Im Januar eröffnet das Monopol Ehrenfeld, Venloer Straße 265.
- Im Dezember eröffnen die Union-Lichtspiele, Venloer Straße 254.
Castans Panoptikum, dessen Bijou Vitascope-Theater schon lange als „Kinematograph mit Variété-Vorstellungen als Einlage“ firmierte, wird nun endgültig zu einem Kino, dem Lichtschauspielhaus.
Ende der Tonbild-Ära
Die Tonbild-Ära in Köln läuft langsam aus. Biophon- und Tonbild-Theater existieren seit 1909 nicht mehr nicht mehr, das Tonbild-Cinema nennt sich unter Pächter Hermann Peil Thalia-Theater.
Kinos, die um 1912 oder früher existierten
- Um 1912 eröffnen die Urania Lichtspiele am Rothgerberbach 1.
- Seit ca. 1912 existiert ein Kinematograph an der Adresse Sionstal 26.
- Franz (Joseph) Bettels Humboldt Lichtspiele
Ein erster Interessenverband für Kinematographenbesitzer
Gründung des Vereins der Lichtspieltheaterbesitzer in Rheinland und Westfalen e.V.
1913
Weitere Kinoeröffnungen
- Am 8.März eröffnen die Agrippina Lichtspiele auf der Breite Straße 92-98.
Die Betreiber-Duos von Thalia Kinema und Kaiser Lichtspielen fusionieren ihre auf der Buchheimer Straße in Mülheim liegenden Kinos zu den Vereinigten Lichtspielen, nach eigener Aussage, um der Belastung durch die hohe Kinosteuer zu begegnen.
1914
Kinoplastikon
Kinematographie verbunden mit plastischer Bühnendarstellung
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1.Weltkrieg 1914-1918
Kinematographen im 1.WeltkriegErstes Technicolorverfahren
Herbert Kalmus gründet die Technicolor Corporation. Ca. 1 Jahr später bringt die Firma ein erstes additives Technicolorverfahren (Prismafarbe) auf den Markt.
1917
Gründung des Bioscop-Konzerns Köln.
1918
Am 4.Januar wird in der Kölner Flora unter der technischen Leitung von Walter Gordon (Agrippina Lichtspiele) und Aladar Szilard (Rheinische Film-Gesellschaft mbH) ein Militärkino für deutsche Soldaten eröffnet.
Ende des 1.Weltkriegs
Sperr- und Polizeistunden für Bars,Kinos, Varietés und Cabarets ab 20.00 Uhr
Umwandlung der Bioscop-Konzerns Köln in die Rheinische Lichtbild AG.
Im März laufen Märchenfilme im Saal des Herrn Wilhelm Mack, Freiheitstraße 126.
Nachkriegsgründungen
- Lichtspielhaus, Berliner Straße 27, Köln-Mülheim.
1919
Triergon - Berliner Tonfilmpioniere
Engl, Massolle und Vogt beginnen mit ihren Lichttonfilm-Experimenten
Army Cinemas
Einige innenstädtische Lichtspieltheater, die während des Kriegs nicht geschlossen oder umfunktioniert waren und wohl auch gezwungenermaßen (propagandistische) Filme und Wochenschauen gezeigt hatten, wurden unter der britischen Besatzung im Rheinland in wechselnder Folge als Army Cinemas beschlagnahmt.
Hoch-Zeit des Aufklärungsfilms
In der Verfassung der Weimarer Republik wird die Zensur kurzzeitig aufgehoben, der in den Kriegsjahren aufgekommene Aufklärungsfilm polarisiert die Gesellschaft.
Wilhelm Hünnes und Carl Sahler erhalten von den britischen Behörden die Erlaubnis das Apollo Theater neu zu eröffnen.
Kinoeröffnungen:
- Im März eröffnen die Barbarossa Lichtspiele Weyerstraße 41.
- Im August eröffnen am Eigelstein 51, wo schon 1906 ein Wanderkinematograph zu Gast war, die Olympia-Lichtspiele .
- Im Oktober hat das Alhambra in der Ehrenstraße 11 Premierenvorstellung.
- Im Dezember eröffnen die Rheinland-Lichtspiele, Venloer Straße 312, Ehrenfeld,
- sowie die Fortuna-Lichtspiele, Glücksburgstraße 27, Mülheim.
1920
Nachkriegszeit - Wirtschaftskrise, Vergnügungsstätten vs. Reformkino
12.Mai 1920 - Ein neues Lichtspielgesetz
Gegen Zensur und Kinosteuer: Gründung des Kölner Vereins zur Wahrung der Kinematographie e.V.
Kinoeröffnungen:
Im März eröffnet das Hansa-Volkskino in der Weidengasse 34.
Albert Brodmeyer, der schon die Union-Lichtspiele in Ehrenfeld übernommen hat, eröffnet im April sein zweites Kino in Köln, das Victoria auf der Sechzigstraße 6 in Nippes.
Im Mai verwandelt Theo Winkel, der schon ein Kino am Eigelstein 88 führt, den Fränkischen Hof , Traditionshaus der Kölner Katholiken und kurzzeitig Army Cinema in ein Lichtspielhaus.
Im September eröffnet das Rhenania in der Severinstraße 81.
Im Oktober eröffnet am Ort der einstigen Philharmonie das Metropol-Theater Lichtspielhaus.
Propaganda für die „Rheinische Republik“
Skandal um die Uraufführung des Films „Qui non vidit Coloniam, non vidit Germaniam“ im gerade zum Lichtspielhaus umfunktionierten Metropol-Theater.
Reformkino
November: Gründung der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Lichtbildwesens in Erziehung und Unterricht
1921
Die Neuland Kinematographie
Ende April erfolgte die Gründung von Kölns größter Reformfilmgesellschaft.
Kinoeröffnungen:
- Im März eröffnen die Deutzer Lichtspiele Siegburger Straße 25.
- Im September eröffnet Paul Bruck das Hansa-Volkskino in der Weidengasse 34 als Corso Lichtspiele neu.
1922
Farbfilm:
Herbert Kalmus bringt ein subtraktives Farbfilmverfahren auf den Markt.
Kinoeröffnungen:
Adolf Bahm betreibt das Neue Theater auf der Buchheimer Straße 24, Mülheim.
- Im April eröffnet das Prestige-Kino Schauburg, Breite Straße 90.
- Im September eröffnet das Tivoli, Nippes, Neusser Straße 216.
Gründung der Städtischen Filmstelle
1923
folgt
1924
Die Agrippina Lichtspiele werden Ufa-Theater
Der 3D-Film kommt - Marktreife Durchbrüche im Anaglyphenfilm
Im Oktober zeigen Kölner Ufa-Theater Plastigramm-Bei- und Vorfilme in ihrem Programm.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Kinoeröffnungen:
- Im September wird im Boccaccio-Haus ein Kino eröffnet, das Boccaccio Theater für Film und Bühne.
- Die Berliner Phoebus-Film AG übernimmt die Schauburg,
- und eröffnet als deren Zweigstelle die Phoebus-Lichtspiele, Sülzburgstraße 154.
- Eröffnung der Dellbrücker Lichtspiele, Bergisch-Gladbacher-Str. 983.
Die Porzer Lichtspiele existieren seit 1924 oder früher.
1925
Tod eines Kölner Film- und Kino-Pioniers
Im Juni stirbt Christoph Mülleneisen Sr., Gründer der Dekage.
Kinoeröffnungen:
- Theo Winkel eröffnet die Fortuna Lichtspiele, Höninger Weg 258, Zollstock
Die UFA-Theaterbetriebsgesellschaft mbH macht aus dem Fränkischen Hof das zweite UFA-Theater in Köln. Im März läuft dort einer der ersten durchgehend farbigen amerikanischen Großfilme „Opfer des Harems (Die Liebe der Sultanstochter)“
Das Lichtspielhaus wird zum Filmpalast.
1926
Ende der britischen Besatzung
Beschlagnahmte Kinos und Varietés eröffnen wieder. Edmund Epkens dreht eine Dokumentation über die sogenannten „Befreiungsfeiern“.
Magnascop
Lorenzo del Riccio erfindet die Magnascope-Technik, ein Breitbildverfahren für 35mm-Film.
Die Emelka in Köln
Die Münchener Filmproduktionsgesellschaft Emelka eröffnet ihr erstes Kino in Köln, das Emelka Theater im Hochhaus.
Die Phoebus-Film AG betreibt nun auch das von den Briten freigegebene Moderne Theater.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Weitere Kinoeröffnungen:
- Wiedereröffnung des Monopol Theater durch den Motorsport-Enthusiasten Paul Jockel
- Alex(ander) S.Gerhardt, der später das Hansa in der Weidengasse übernehmen wird, betreibt ein Lichtspieltheater in Riehl, Riehlertal 33.
- Heinrich Phenes, wohnhaft Drususgasse 21, eröffnet das Zentral-Theater Worringen auf der Neusser Landstraße 271.
1927
Das dritte Technicolor-Verfahren kommt auf den Markt.
Neues vom Breitfilm: Henri Chrétien erfindet eine anamorphotische Linse.
Gründung der WERAG
Die 1924 gegründete Westdeutsche Funkstunde AG (WEFAG) wird in WERAG (Westdeutsche Rundfunk AG) umbenannt, ihr Sitz wird nach Köln in das Funkhaus, Dagobertstraße 38, verlegt.
Weitere Kinoeröffnungen:
- Das Cavalu-Varieté in der Ehrenstaße 18 wird zum Cavalu-Kino-Varieté
Kinoeröffnungen in den Vorstätten:
- Eröffnung der Roland-Lichtspiele, auf der Berrenrather Straße 381-383 in Köln-Sülz.
- Im September eröffnen die Hofburg Lichtspiele, Mülheimer Freiheit 123-125 in Köln-Mülheim.
- Das Rochus-Theater, Venloer Straße 626 in Köln-Bickendorf wird eröffnet.
Optische Innovationen
Das nachrüstbare Linsensystem Magnoskop kommt in deutschen Kinos zum Einsatz.
1928
Gründung der Tobis
Am 31.August 1928 wird das Ton-Bild-Syndikat (Tobis) gegründet.
Gründung des Verbands Kölner Lichtspieltheater.
Groß-Lichtspiele
Kino-Orgel und Großorchester
Eröffnung der Lichtspiele des Westens (LDW), Hohenzollernring 60, eines Kinos der Superlative, in dem die mit entfesselter Kamera gedrehten Bewegtbilder mit perfekt an die variable Laufgeschwindigkeit angepasster Begleitmusik durch professionelle Kino-Groß-Orchester illustriert wurden. Was früher der Geräuschemacher und Kolportagegeräuscheplatten leisteten, übernahm jetzt die Monster-Kino-Orgel.
Kinoeröffnungen in den Vorstätten:
- Eröffnung der U.T. (Union Theater)-Lichtspiele, Höninger Weg 258, in Zollstock.
- Die Ehrenfelder Monopol Lichtspiele weichen einem Neubau. Albert Brodmeyers Sohn Arthur Brodmeyer eröffnet dort die Urania Lichtspiele.
Das Tivoli in Nippes wird zum Ufa-Theater.
Sportsman Jockel und sein Kino für Jedermann
Paul Jockel, seit 1926 bekannterweise auch Lichtspieltheaterbesitzer eröffnet sein erstes Kino für Jedermann - das Monopol-Theater - Kino für Jedermann 1 im ehemaligen Victoria-Saal/Kristallpalast auf der Severinstraße.
Die Emelka übernimmt die Phoebus-Film-AG und damit auch deren Kölner Lichtspielhäuser Schauburg und Modernes Theater.
Ende der 1920er Jahre entdeckt die Reformbewegung den Schmalfilm und das Vereinskino
1929
Die Emelka eröffnet ein Groß-Kino in Köln
Wir stellen aus unserer Sammlung ein erhaltenes Exemplar der originalen Festschrift zur Eröffnung des Capitol Emelka Theaters in Köln am 20. Februar 1929 vor. Einzigartig ist dieser Fund aus unbekanntem Nachlaß durch die Tatsache, daß in der Festschrift originale Musikaufstellungen des Kino-Kapellmeisters Schmidt-Boelcke erhalten sind. Wir nehmen diese zum Anlaß für einen Exkurs über Film-Illustration vor dem Tonfilm.
Der Mechau-Projektor erobert Kölner Kinos
Was für die Kölner Zeitung erwähnenswert war, ist uns natürlich auch eine Themenseite wert: Im Capitol liefen Mechau Projektoren, der bekannteste Projektortyp mit optischem Ausgleich und kontinuierlichem Filmtransport. Weitere Kinos mit Mechau-Projektoren: Boccaccio(LDZ), Schauburg, Lichtspiele des Westens.
Das Boccaccio wird in Lichtspiele des Zentrums (LDZ) umbenannt.
24.Oktober: Schwarzer Freitag, Zusammenbruch der New Yorker Börse, Beginn der Weltwirtschaftskrise
Jedermann-Kino-Neueröffnungen
- Im Oktober eröffnet Jockel in den Corso-Lichtspielen (ehemals Hansa-Volkskino) in der Weidengasse 34 sein Kino für Jedermann 2.
- Ca. Dezember eröffnet Jockel sein Kino für Jedermann 3 auf der Neußer Straße 264, Nippes
Kinoeröffnungen in den Vorstädten
- Westerwald-Lichtspiele GmbH (Fritz Hünnes) eröffnet ein Kino in der Königsforststraße 25 in Köln-Brück
- Der Lichtbildoperateur und Kinotechniker Karl Assenmacher eröffnet
- die Niehler Lichtspiele in der Sebastianstraße 185.
- und, mit Heinz Döring, die Maternus-Lichtspiele, Maternusstraße 26, in Rodenkirchen bei Köln.
Das Reformkino lebt:
Gründung der Bild- und Film-Zentrale GmbH (Bifiz), Köln.
Oktober: Gründung der Vereinigung katholischer Vereinspfarrkinos für Köln, im Vorstand: Kaplan Berg
Tonfilm-Revolution
Tonfilmzwang, Wirtschaftskrise, deshalb verbilligte Eintrittspreise
Nadelton- und Lichttonapparaturen halten Einzug in den Kinos, die es sich leisten können. ein neuer Kino-Beruf entsteht: der Tonsteurer oder Steuermann.
Wie zur Zeit der Tonbilder haben Opernsänger im Kino Konjunktur: Tauber-Ton-Filme, Aramesco, Werag-Rundfunk-Tenor und deshalb in Köln als Funkaruso bekannt, tritt live in Emelka-Kinos auf.
1930
Breitfilm reloaded
Grandeur-Film, Magna-Film - 70mm-Filme wie sie vor der Einführung der 35mm-Formats in Köln gelaufen waren kommen wieder.
Ein präkinematisches Jubiläum
Max Skladanowsky präsentiert anläßlich des 35-jährigen Jubiläum im Berliner Wintergarten noch einmal einige seiner nun auf 35mm-Normalfilm umkopierte Aufnahmen, die er 1895 erstmals dort aufführte.
Jedermann-Kino-Neueröffnungen
- Jockel eröffnet sein Kino für Jedermann 4 auf der Kalker Hauptstraße 241. Kino 3 und 4 sind mit Tonfilmprojektoren ausgestattet.
- Die Kammer-Lichtspiele auf der Berrenrather Straße Sülz werden zum Jedermann-Kino 5.
- Jockels erstes Kölner Kino, das Monopol Theater in Kalk wird zum Jedermann-Kino 6.
- Die Helios Lichtspiele Ehrenfeld werden zum Kino für Jedermann 7.
- Die Rheingold-Lichtspiele auf der Weyerstraße werden zum Kino für Jedermann 8.
- Das Scala-Theater wird im August Kino für Jedermann 9.
- Das Lichtspiel-Theater, Kalk wird Kino für Jedermann 10
- Das das Union-Theater wird zum Kino für Jedermann 12.
Kinos 11 und 13 befanden sich in Düsseldorf.
Kinoeröffnungen in den Vorstätten
Die Lichtburg in der Platenstraße 32 wird eröffnet.
Farbentonfilme
Neben Breitfilm, Nadel- und Lichtton erreichen die neuen (Technicolor-)Farbfilmverfahren den deutschen Markt.
In der Umstellungsphase zum Tonfilm übernimmt Dr.Aziz Cotta den Fränkischen Hof. In der Zeitschrift Kinematograph preist er den Farbtonfilm Cilly an.
Tonfilmgegner
Sowohl um den durch die Entwicklung des Lichttonfilm gefährdeten Stummfilm als auch um den Erhalt der Großorchester entbrennen erbitterte Kulturkämpfe.
1931
Jedermann-Kino-Neueröffnungen
- Die Humboldt Lichtspiele werden zum Kino für Jedermann 14
- Die Lichtspiele des Westens (LDW) werden zum Kino für Jedermann 15
Uraufführung der Remarque-Verfilmung „Im Westen nichts Neues“ in Köln
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Die Freie Volksbühne Köln e.V bringt die amerikanische Verfilmung von Erich Maria Remarques Antikriegsromans „Im Westen nichts Neues“ in die Agrippina Lichtspiele, Lichtspiele des Zentrums und Scala Theater. Es handelte sich um eine geschlossene Vorstellung für Mitglieder, ihre Angehörigen und den an die Volksbühne angeschlossenen Vereine. Eine Veranstaltung für Erwerbslose fand am 14. und 16.Juli statt. Der Film war seit seiner Uraufführung von gewalttätigen Protesten nationalsozialistischer Gruppen begleitet. Er wurde daraufhin von der Filmprüfstelle verboten. Im September des Jahres wurde die stark zensierte deutsche Fassung freigegeben, weil die Produktionsfirma sich verpflichtete, alle internationale Fassungen an die deutsche Schnittfassung anzugleichen. Anläßlich der Uraufführung beschmierten Kölner Nationalsozialisten die Zentrale der Freien Volksbühne Köln e.V in der Richmodstraße 3 mit schwarzer Farbe.
Kinoeröffnungen:
- Der UFA-Palast, Hohenzollernring 22-24 eröffnet.
Kinoeröffnungen in den Vorstätten
- Cotta eröffnet das Residenz-Theater („Resi“), Köln-Mülheim, Buchheimer Straße 26-28.
- Heinz Döring eröffnet die Lichtspiele des Südens (LDS), Höninger Weg 175 Köln-Zollstock.
- Das National Theater, Von-Sparr-Straße 50, Köln-Mülheim.
Der Kinematograph im Museum
Im August eröffnet Oskar Messter in Berlin sein privates Kinomuseum. Dort erfährt man erstaunliches: Alle bahnbrechenden Erfindungen vom Malteserkreuzgetriebe bis zum Tonbild hat niemand anderes als Herr Messter erfunden oder zumindest bis zur Marktreife gebracht.
Reformkinobewegung
Oktober Kaplan Berg läßt sich von der Bifiz im großen Saal des Vereinshauses der Herz-Jesu-Pfarre, Zülpicher Straße 34 ein Jugend- und Vereinskino einrichten: die Jugendlichtspiele Herz-Jesu.
Im November bekommen die Lichtspiele des Zentrums ihren alten Namen Boccaccio wieder.
1932
Neues vom Reformkino
Nach dem finanziell bedingten Rückzug der Emelka will der neugegründete Reformkino-Verein Kulturfilmbühne e.V. das Emelka-Theater im Hochhaus bespielen.
Gründung der Kölner Filmfreunde e.V. die als Vereinskino Neues Tonfilm-Theater, die Jugendlichtspiele Herz-Jesu auf der Zülpicher Straße 34 nutzten (viel später wurde an dieser Adresse das Tazzelwurm Varieté und danach das Bali Kino).
Uraufführung von Gilgi - Eine von uns im Capitol
Am Dienstag, den 4.Oktober 1932 fand in Anwesenheit der Kölner Erfolgsschriftstellerin Irmgard Keun. Hauptdarstellerin Brigitte Helm konnte wegen Erkrankung nicht teilnehmen.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Weitere Kinoeröffnungen:
- Eröffnung des Scala-Theater, Bahnhofstraße 42, Köln-Porz
- Eröffnung der Astoria Lichtspiele, Venloer Straße 569, Köln-Bickendorf.
1933
NS-Zeit Instrumentalisierung des Kinos
Der Schmaltonfilm erlangt Marktreife, die Firma Siemens bietet für ihren Standard 16mm-Projektor eine Lichttonapparatur und einen Verstärker an.
Im Mai 1933 erwirbt Elie Laniado aus Düsseldorf Jockels Kino für Jedermann 4, Werner Hürfeld aus Köln übernimmt das Kino für Jedermann 7 die Helios Lichtspiele.
Kinoeröffnungen: in den Stadtteilen
- Dünnwalder Lichtspiele Berliner Straße 978, Köln-Dünnwald
- Die Lichtburg auf der Kalker Hauptstraße 118-122 in Köln-Kalk.
- Gerhard Böhner eröffnet die Holi-Lichtspiele, Holweide, Bergisch-Gladbacher Str. 683, Köln-Holweide
- Franz Kocian eröffnet ein weiteres Kino mit Namen Lichtburg auf der Eiler Straße 139 in Köln-Rath.
- Eröffnung einer Lichtspielbühne auf der Neußer Straße 592 Köln-Merheim
Feinkosthändler Konrad Höwer betreibt in der Restauration von Johann Hens, Sechzigstraße 1, Köln-Nippes eine Leihbücherei und wohl auch kurzzeitig eine Lichtbildbühne.
1934
NS-Propaganda im Kino
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Neben der üblichen Unterhaltungsware „Ein Mädel wirbelt durch die Welt“ mit Magda Schneider und „Mein Herz ruft nach Dir“ mit Jan Kiepura läuft unter dem Titel „Zwischen heut' und morgen“ im Capitol der amerikanische Film „Gabriel Over the White House“. Werner Höfer, damals Filmkritiker beim NS-Blatt „Der Neue Tag“ pries in seinem Artikel vom 6.April die „politische Weltbotschaft“ des im Auftrag der Nazis übelst für ihre Zwecke umgeschnittenen und verfälschend nachsynchronisierten Tonfilms (Stimme von Walter Huston: Werner Pledath).
Gaufilmstelle Köln-Aachen
Am 1.Mai 1934 beginnt die Gaufilmstelle Köln-Aachen der NSDAP unter der Leitung von Pg (= Parteigenosse) Oskar Wiebeling mit der NS-(Schul-)filmpropaganda.
Kinoneueröffnungen:
Die Düsseldorfer Gebrüder Genandt führen das Moderne Theater unter dem Namen Gloria weiter.
Niedergang der Jedermann-Kinos
So schnell Jockels günstige Volks-Unterhaltungskinos enstanden, verschwinden sie auch wieder:
Die Kino für Jedermann GmbH betreibt nur noch das Kino für Jedermann 2 und das Kino für Jedermann 3 in Nippes.
1935
Die frühesten Jedermann-Kinos werden von Jockel und/oder seinen Verwaltungsfirmen nahestehenden Personen und Gesellschaften übernommen.
1936
Werner Hürfeld übernimmt das Kino für Jedermann 15, (Scala-Theater).
Cotta nennt die Rheinland-Lichtspiele in Primus-Palast um.
1937
Wuchtige Kino-Neubauten in den Vorstädten sollten den Zeitgeist repräsentieren. Die Front bestehender Kinos wurde in entsprechender Form verändert. bei den Namen dominieren Akronyme und Wortzusammensetzungen aus dem Namen des Vororts und dem Wort Lichtspiele. Dort läuft das NS-typische Programm aus banalen, die Realität verschleiernden Unterhaltungsfilmen und propagandistischen NS-Wochenschauen mit eingebetteten Kameraleuten. Neben der Schwerhörigen-Anlage wird häufig die Einrichtung für Rundfunkausstrahlungen und PA-Durchsage erwähnt. Die Kinos dienten darüber hinaus nämlich als Versammlungsorte für öffentliche Parteikundgebungen der NS-Kreisverbände abgehalten zu denen sich die Bevölkerung einfinden sollte.
Kinoeröffnungen in den Stadtteilen:
- Eröffnung der Libra - Lichtspiele Braunsfeld, Aachener Straße 559, Köln-Braunsfeld.
- Eröffnung der Deli - Deutsche Lichtspiele, Olpener Straße 896, Köln-Brück
1938
Kinoeröffnungen in den Stadtteilen:
- Im Dezember 1938 eröffnen die Buchforster Lichtspiele, Waldecker Straße 19, Köln-Buchforst
- Kinoschreiner Wilhelm Reins eröffnet die Merli - Merheimer Lichtspiele, Friedrich-Karl-Straße 26, Köln-Merheim
- Wilhelm Weiler eröffnet die Monopol Lichtspiele, Salmstraße 92, Köln-Poll
1939
Beginn des 2.Weltkriegs
Kinoeröffnungen in den Vorstädten
- Im August eröffnet Jean Kautz die Deulich - Deutzer Lichtspiele Deutzer Freiheit 67, Köln-Deutz
- Im Oktober eröffnen die ULI Union-Lichtspiele, Frankfurter Straße 43-47, in Mülheim
- Apollo-Lichtspielhaus, Heidestraße 218, Köln-Wahn
Schilling und Lommerzheim eröffnen das Reichshallen-Theater als Kraft durch Freude (KDF) Varieté Apollo Theater neu.
1940
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1941
Kinoeröffnungen
- Die Ufa eröffnet in der Schildergasse 32-34 ein Wochenschau-Theater.
1944
Kriegs-Lichtspiele
Durch die Bombenabwürfe der Alliierten werden immer mehr Kinos beschädigt und zerstört. Im vorletzten Jahr des Krieges entstehen Ersatzkinos für Wehrmachtsangehörige: Gereon-Lichtspiele, Gereonstraße 48
Am 7.Juli eröffnen die UT-Lichtspiele Nippes, Neußer Straße 338
1945
folgt
1946
Kinoeröffnungen
- Lichtspiele im Millowitsch-Theater, Aachener Straße 5
- Rosen-Lichtspiele, Unter Kirschen 8, Köln-Bickendorf
- Volks-Lichtspiele, Frohnhofstraße 74, Köln-Ossendorf
- Frau Josef Mack eröffnet das Lenau-Theater am Lenauplatz 3, Köln-Bickendorf
- Hans Klein jun. eröffnet das Nordlicht-Theater, Sebastianstraße 186, Köln-Niehl
1947
Kinoeröffnungen
- Werner und Hilde Hürfeld eröffnen Die Kurbel auf der Venloer Straße 668, Köln-Bickendorf
- Das Ufa - Universum im Schwerthof am Neumarkt, Zeppelinstraße 2 wird eröffnet.
1948
Kinoeröffnungen
- Eröffnung der Hahnentor-Lichtspiele, Hahnenstraße 57
- Eröffnung der Union-Lichtspiele, Kalk-Mülheimer Straße 130,132, Köln-Kalk
1949
Kinoeröffnungen
- Das Filmkunsttheater Die Lupe, Zülpicher Straße 24 wird eröffnet
- Riehler Lichtspiele, Barbarastraße 1, Köln-Riehl
- Rheingold-Lichtspiele, Bergisch-Gladbacher Straße 432, Köln- Holweide
- Eröffnung der Bayenthal-Lichtspiele Alteburger Straße 286
- Bonntor-Lichtspiele, Arnoldshöhe, Bonner Straße 243
- Kolibri-Lichtspiele werden eröffnet
1950
Kinoeröffnungen
- Das Alhambra wird als City Lichtspiele wiedereröffnet
- Eröffnung des Burg-Theater Ebertplatz 19
- Eröffnung des Residenz Theater, Kaiser-Wilhelm-Ring 30-32
1951
Kinoeröffnungen
- Deutzer Kastell-Lichtspiele werden eröffnet.
- Eröffnung des AKI Hauptbahnhof
- Lichtspiele des Westens (LDW) wird zum Rex am Ring
1952
Das Lux am Dom, Hohe Str. 131 eröffnet.
Komet-Lichtspiele werden eröffnet.
1953
Eröffnung des AKI Neumarkt
Die Roxy-Lichtspiele, Chlodwigplatz 20-22 werden eröffnet.
1954
April Die Photokina in Köln, Internationale Photo- und Kino-Ausstellung
Die Camera, Hohenzollernring 74 wird eröffnet.
1956
Theater am Rudolfplatz, Habsburgerring 18-20
Stern am Ring, Clevischer Ring 113, 27.Juni, Köln-Mülheim
In der Apostelnstraße 13, wo schon um 1903 Wanderkinematographen in der Philharmonie auftraten und 1920 kurzzeitig das Metropol-Theater Lichtspielhaus existierte, eröffnet das Gloria Kino
1957
Bambi am Ring 1958 Eberplatz 11
1958
Weißhaus Großes Haus/Studio Luxemburger Straße 253
Luxor Mülheim, Köln-Buchheim
1959
Cinema Hohenzollernring 76
1967
Gründung der Cinemathek Köln
Auto-Kino Porz, Frankfurter Straße 1967