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Kinematographen in Köln

Evolution des Kinos in Köln

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1794 - 1814

Köln unter französischer Herrschaft.

1815

Wiener Kongress – das Rheinland wird dem preußischen Königreich zugesprochen.

1820

Vorformen beweglicher Bilder in Köln

Nebelbilder, Wandelbilder und Chromatropen gelten als Vorläufer der Kinematographie. Wir beleuchten die Technik dahinter und dokumentieren einige bekannte Präsentatoren dieser Bilder in und aus Köln. Als weitere präkinematographische Bilderschauen gelten alle Arten von Panoramen und Stereoskopen.

1871

Deutsch-Französischer Krieg, Gründung des Deutschen Reichs. Wilhelm I, König von Preußen, wird erster deutscher Kaiser.

1888

Krönung von Wilhelm II.

1896

Die ersten lebenden Photographien in Köln

Cinematograph Lumière

Süßwarenfabrikant Ludwig Stollwerck investierte massiv in die erfolgsversprechendsten Ton- und Bild-Automaten. Im April 1896 initiierte die Deutsche Automaten-Gesellschaft Stollwerck & Co die erste öffentliche Vorführung von Filmen, aufgenommen und projeziert von dem ausgereiftesten Kamera-Projektions-Apparat seiner Zeit: dem „Cinématographe Lumière“.

Der Kinematograph erobert Köln

Annonce
Annonce für die Societe Generale des Cinematographes et Films (die spätere Eclipse) in: Kölnische Zeitung v. 19.Juni 1902
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Danach gab es kein Halten mehr, kleinere und größere Hersteller strömten auf den Markt. Da zeitgleich zum Projektionsgerät auch das zu projezierende Material erst einmal hergestellt werden mußte, boten sich kombinierte Aufnahme-Abspiel-Geräte wie das der Gebrüder Lumière an. Ende des Jahres 1896 nutzten begabte Einzelkämpfer wie der am Ende glücklose französische Erfinder Henri Joly Ladengeschäfte in Köln, um Lizenznehmer für seine kombinierten Apparate zu finden. Auch die American Mutoscope & Biograph gündete 1898 einen deutschen Ableger. Der aus Österreich-Ungarn stammende Gabriel Kaiser warb in der Kölnischen Zeitung für seinen Kinematographen und von ihm hergestelltes Filmmaterial. In Deutschland konstruierten u.a. Oskar Meßter, Hermann O. Foersterling, Alfred Duskes, Hugo Droese und Willy Hagedorn kinematographische Apparate.

1897

Der Kinematograph erobert die Vergnügungsstätten

Erworben wurden die Geräte von Schaustellern, Taschenspielern und Zauberkünstlern, die in der Folgezeit mit ihren Wanderkinematographen durch die Säle der Rheinprovinz tourten. Ab 1897 wurden sie regelmäßig als Zusatzattraktion (meist am Schluß oder in den Pausen) in sogenannten Spezialitäten- oder Varietäten-Theatern wie dem Apollo Theater, Scala Theater, dem Reichshallen-Theater, dem Colosseum und der Philharmonie gebucht. 1898 sprang auch das Kuriositäten-Kabinett Castans Panoptikum auf den Zug auf. Zeitgleich folgte die Event-Gaststronomie, auch Zirkus, Kirmes und Jahrmarkt. Innerhalb der Themenseiten stellen einige der bekanntesten OperateurInnen an ihren bevorzugten Spielorten vor.

Populäre Bezeichnungen für die ersten Filmprojektoren, die, obwohl sie zeitweise patentgeschützt waren, immer wieder benutzt wurden, waren Kinematograph und Bioskop. Der Begriff Kinematograph war von dem Franzosen Bouly eingeführt, von den Gebrüder Lumière bekannt gemacht und von Stollwerck sogar zeitweise patentiert worden1. Erst im Jahr 1909 wurde dieses Patent aufgehoben. Den Begriff Bioskop soll der Optiker Jules Duboscq erstmalig benutzt haben. Daneben gab es Unmengen von Neuschöpfungen und Derivaten, die meist auf -„graph“ oder „-skop“ endeten.

Annonce
Annonce für eine Vorstellung von Duboscqs Projektionsgerät in: Kölnische Zeitung v. 12.Oktober 1863
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1899

1899 Anschütz in Köln

Im Dezember 1899 präsentiert das Kölner Stadt-Theater, damals unter der Leitung von Julius Hofmann, die Palästinafahrt des deutschen Kaiserpaares in 150 Wandel-Lichtbildern nach photographischen Aufnahmen von Ottomar Anschütz.

1900

Der Kinematograph erobert ein katholisches Traditionshaus

Zu Beginn des Jahres 1900 stellte der Gastwirt Lucas J. Brehm der Deutschen Mutoskop & Biograph einen Saal im Fränkischen Hof zur Präsentation exklusiver Aufnahmen von Papst Leo, damals noch in gloriosem 68mm-Breitfilm-Format, auf ihrem patentierten Biograph-Projektor zur Verfügung.

1904

Tonbild-Pioniere

Das Reichshallen-Theater präsentiert eine Kombi-Vorführung aus Phonograph und Kinematograph System Buderus.

1905

jetzt werden im Reichshallen-Theater Tonbilder nach dem Patent Oskar Messters vorgeführt.

1906

Erfindung der ersten Verstärkerröhren - Der Österreicher Robert von Lieben läßt die Liebenröhre patentieren. Der Amerikaner Lee De Forest die Audion-Röhre.

Pionierkinos - Kinopioniere

Welt-Kinematographen, Biographische Institute - die ersten Aktualitäten Kinos

1906 eröffneten zwei überregional tätige Kinematographengesellschaften die ersten eigenständigen Kinos in der Innenstadt von Köln: im April der Welt-Kinematograph auf der Schildergasse 72-74 und im Mai das Internationale Biograph Theater auf der Hohen Pforte 10.

Im August eröffnete die große Frankfurter Kinokette Allgemeine Kinematographen Gesellschaft mbH (AKG) auf der Hohen Straße 23-25 das Union-Theater.

Diese Vorläufer der Aki(Aktualitäten) -Kinos setzten auf amerikanische bzw. von deutschen Zweigfirmen hergestellte Projektionstechnik wie die der Deutschen Mutoskop & Biograph, die mittlerweile auf das den Markt dominierende 35mm Normalformat umgeschwenkt war, bzw. der Deutschen Bioskop (Vitaskop). Sie zeigten überwiegend von diesen Firmen lizenziertes Material oder auch von ihnen selbst hergestellte Aufnahmen. Die Programmgestaltung entsprach den später aufkommenden Wochenschauen mit Neuigkeiten und Dokumentationen aus aller Welt, aufgelockert durch humoreske Einlagen.

Einzelunternehmungen

Im Oktober 1906 eröffnete Franz Drescher Dreschers Theater lebender Photographien auf der Ehrenstraße 8.

Rolf Randenrath lud Weihnachten 1906 zum ersten Mal in sein Kosmos auf der Hohestraße 9a ein.

Wanderkinematographen

Aber auch der Wanderkinematograph hat in den Spezialitäten-Theatern und besonders an hohen Feiertagen auch in Miet- und Restaurationssälen noch Konjunktur. Im Reichshallen-Theater und im Colosseum gastieren regelmäßig Wanderkinematographen. Zur Weihnachtszeit im Jahr 1906 präsentierte ein Wander-Operateur namens Nick saisonbedingt die Passionsspiele auf Nick's Original Kinematograph im sonst auch für Auktionen und Versammlungen genutzten Overstolz-Saal, Eigelstein 51.

1907

Das 35mm-Normalfilm-Format wird zum Standard. Die erste 70mm-Breitbild-Ära der Filmgeschichte ist vorerst vorbei.

Bunte Wochen

Annonce
Werbung für die Bunte Woche im Biograph-Theater in: Kölner Local-Anzeiger 9.Februar 1907
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Das Internationale Biograph Theater und das Union-Theater zeigen regelmäßig Bunte Wochen. In den Vorstellungen laufen mehrere kolorierte Filme (Farbenfilms). Auf unserer Themenseite stellen wir Kölner Kolorist*innen sowie die gängigen Verfahren vor.

Kuriositäten-Kabinett-Kinematograph

Mitte Januar meldete Castans Panoptikum als neueste Attraktion ein integriertes ständiges Kinematographen-Theater amerikanischen Stils. Das Bijou-Vitascope-Theater ist das dritte Kino auf der Hohe Straße und befindet sich genau neben dem Kosmos Kine-Theater.

Der Volks-Kinematograph - Pionier der Stadtteil-Kinos

Als Gegenpol zu den etwas elitär anmutenden „Biographische Instituten“ gründete Familienvater und Kaufhausbetreiber Joseph Erpelding am 31.März das wohl erste Kino im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, den Ehrenfelder Volks-Kinematographen mit angeschlossener Gastronomie.

Ein zweiter Kinematograph auf der Ehrenstraße

Der Luisensaal in der Ehrenstraße 18 beherbergt Mitte Mai ein Kino.

Nippes bekommt seinen Kinematographen

Am 24.August eröffnet das Biophoto-Theater auf der Neusser Straße im Stadtteil Nippes.

Ein weiteres Kino auf der Hohen Phorte (Verlängerung der Hohe Straße)

Im September eröffnete der Hansa-Kinematograph auf der Hohen Pforte 20.

Hoch-Zeit der Tonbilder in Köln

Im April 1907 zeigt Castans Panoptikum für kurze Zeit Tonbilder.

Pünktlich zum 1.Mai kündigt das Union-Theater der AKG die Einführung von Synchronbildern an.

Anfang Mai öffnete auf der Schildergasse 70 in Köln eines der, von Messters Projektions AG in mehreren großen Städten betriebene Biophon-Theater, benannt nach der von ihm patentierten Tonbildapparatur, die dort zum Einsatz kam.

Im August gründete der Sprechmaschinen-Händler Friedrich Büttgen mit Leo Mandl das Tonbild-Theater.

Im September warb dann auch Joseph Erpeldings Ehrenfelder Volks-Kinematograph zum ersten Mal mit Tonbildern. Auch in der Wahl der Technik gab Erpelding sich volksnah. Er setzte auf Projektionstechnik und Lizenzproduktionen des Berliners Alfred Duskes, einem der bekannteren Konkurrenten Oskar Meßters. Im November eröffnete Erpelding im damals noch nicht in Köln eingemeindeten Mülheim am Rhein ein weiteres Tonbild-Kino, das Rheingold-Theater in einem Neubau auf der Buchheimer Straße 9-11.

Gastro-Kinematographen

Namentlich nicht bekannte Kölner Kinematographen, 1907 oder früher:

1908

Erpelding eröffnet weitere Kinos

Zum Jahreswechsel 1907/1908 startete Joseph Erpelding sein nächstes Tonbild-Kino, das Edison Theater auf der Severinstraße 213.

Mülheim bekommt seinen Kinematographen

Der Gastwirt Joseph Kühbach, in Erpeldings Volks-Kinematograph für die Gastronomie tätig, wandelte einen Saal seiner Restauration auf der Wolfstraße 69 in Köln-Mülheim zum Central-Theater um.

Ein weiterer Gastro-Kinematograph

Im April sucht Schankwirt Weinen einen neuen Pächter für seinen Gastro-Kinematographen auf der Severinstraße 95, später bekannt als Severin Kinema.

Ein weiteres Kino auf der Hohe Straße

Nach erfolglosen Ausflügen ins Geschäft der Automatenhallen und Kuriositätenkabinette entdeckt Constantin Haas das Kino und eröffnet den Columbus Kinematograph auf der Hohen Straße 3. Auf deren Verlängerung, der Hohen Pforte hatte er das Biograph Theater und den Hansa-Kinematograph übernommen.

Emil Schilling - Aufstieg eines Kölner Kinomoguls

Im April eröffnet Emil Schilling, wohl mit stiller französischer Beteiligung eines der gerade in Mode gekommenen Pariser Kinemas und bereichert die Hohen Straße damit um ein weiteres Kino.

Die Filmproduktion wandelt sich

Die Zeit der reinen Aktualitätenberichte, Dokumentationen und Aufnahmen aus der Umgebung mittels Projektoren, die gleichermaßen Aufnahme- wie Abspielgeräte sind ist vorbei. Kunst- und Sensationsfilme aus amerikanischer und besonders französischer Produktion werden beliebter. Der Name von Schillings Neueröffnung deutet es an: Nun und in Folge bis zum 1.Weltkrieg dominierte nicht mehr das Monogramm-Logo der American Biograph die Leinwand, sondern die Margerite von Léon Gaumont, der gallische Hahn von Pathé und der blitzende Stern der Eclair.

Schilling setzte auf die wieder einmal angesagte Technik der Durchsichtsprojektion. Mit dieser experimentierte auch die Kölnerin Anna Maria Cönen und meldete im September ein Patent an.

Gründung der Freien Lichtbild-Bühne GmbH, Köln., eines weiteren Unternehmens für mobile Kinoveranstaltungen.

Weitere Vorstadtkinos

Im Dezember 1908 eröffnete Wilhelm Böhme mit dem Helios Kinematographen auf dem Gelände der ehemaligen Helioswerke das zweite Kino in Ehrenfeld.

Um die selbe Zeit lädt Wilhelm Nießen in sein Viktoria Theater auf der Hauptstraße 89 im noch nicht in Köln eingemeindetem Kalk und bekommt bald Konkurrenz durch einen Kinematograph auf der Kalker Hauptstraße 91-97, später bekannt als Apollo Theater.

1909

Theater werden zu Kinos

Das Apollo Theater auf der Schildergasse 34 wird unter Pächter Heinrich Hagen zur Lichtbildbühne.

Joseph Hansberger wandelt das Scala Theater zum Scala-Cinema und Tonbild-Theater.

Erste Farbenfilms kommen auf den Markt

Nach dem 1906 erfundenen Kinemakolor-Verfahren gedrehte Filme laufen auch in deutschen Kinos.

Hoch-Zeit der Pariser Kinemas

Zu Ostern eröffnete der Köln-Lindenthaler Vergnügungs-Park gegenüber Decksteiner Mühle mit integriertem Pariser Kinema.

Annonce
Annonce zur Eröffnung des Lindenthaler Vergnügungsparks in: Mülheimer Volkszeitung v. 10.April 1909
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Auch auf der Freiheitstraße 39 in Mülheim eröffnete ein Pariser Kinema.

Constantin Haas begegnet der Konkurrenz durch Schillings Pariser Kinema auf der Hohe Straße mit der Umbenennung seines Columbus Kinematograph in Cinéma Palais. Den Hansa-Kinematograph wertet er durch den damals ebenfalls Mode werdenden Namen Central-Theater auf.

Plastischer Film

Oskar Messter bringt sein Alabastra-Verfahren auf den Markt.

1910

Bewegtbildstürmer

Die besonders im katholischen Rheinland präsenten Männervereine, deren Mitglieder schon gegen die an Erwachsene gerichteten Bildfolgen der Kurbeldaumenkinos (Mutoskope) in den Automatensalons Sturm gelaufen waren, entdecken mehr und mehr die Gefahren des Kinematographen.

Im April 1910 eröffnete Joseph Erpelding sein viertes Kino, das Central-Theater in Nippes, Neußer Straße 315. Im Oktober verstirbt Erpelding überraschend. Seine Witwe Louise führt das Central-Theater und das Ehrenfelder Volks-Theater weiter. Die Leitung des Rheingold-Theater hatten die Erpeldings bereits 1908 an Georg Graeff, vermutlich einen Bruder Louises übergeben.

Weitere Kinoeröffnungen:

Zwei neue Kinematographen auf der Severinstraße, Erpeldings Edison Theater auf der Severinstraße 213 ist schon Geschichte.

Annonce
Das Hohenstaufen-Kino und und das Ehrenfelder Volkstheater spenden ihre Einnahmen für die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal im Juni 1910 in: Kölner Local-Anzeiger v. 26.Juni 1910
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Kinoeröffnungen in den Vorstädten:

Ein weiteres Kino auf der Buchheimer Straße:

1911

Karl Werner GmbH, Filmverleih- und Kinematographenbetriebsgesellschaft aus Herne in Westfalen, übernimmt das Central-Theater auf der Hohen Pforte.

Weitere Kinoeröffnungen

Kinoeröffnungen in den Vorstädten:

Kinos, die um 1911 oder früher existierten

15 Jahre Kino in Köln

In den 15 Jahren seines Siegeszuges in Köln hat der Kinematograph sich entwickelt.

War er anfänglich Einlage bzw. Schlußnummer zwischen oder nach den Varieté-Vorstellungen ...

Annonce
... wirbt das Panoptikum nun mit dem Slogan: „Kölns billigster und einzigster Kinematograph mit Variété-Vorstellungen als Einlage“ in: Mülheimer Volkszeitung v. 27.Mai 1911
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Ach ja, sogar seine erste Synchron-Ton-Phase hatte er schon durchlebt, allerdings mit mäßigem Erfolg, weswegen diese nun in den letzten Zügen lag.

1912

Monopol-Filme und Monopol-Kinematographen

Monopol-Filme waren zugkräftige Spielfilme (Kassenschlager), die von einem Kinematographenbesitzer für einen bestimmten Zeitraum für sehr hohe Beträge von der Verleihgesellschaft, die die exklusiven Verleihrechte an dem Film hatte, gemietet werden konnte. Dieser Kinematograph besaß dann das Monopol für den Film am Ort. Viele zwecks Monopolerwerbung neueröffnete Kinematographen nannten sich der Einfachheit halber Monopol (Kino etc.). Zu den Monopolfilmen zählten z.B. die amerikanischen Monumentalfilme von Cecil B. DeMille mit christlich-religiösem Inhalt sowie insbesondere die nordischen Dramen mit der dänischen Filmgöttin Asta Nielsen und ihren Regisseur Urban Gad. Die aus der AKG hervorgegangene PAGU (Projektions-AG Union) Filmgesellschaft nimmt das Traumpaar unter Vertrag, Gaumont baut derweil die französischen Kino-Königin Suzanne Grandais und den Regisseur Leonce Perret auf. In den nächsten Jahren entstehen die ersten Kino-Paläste.

Die Dekage - Kölns erste große Monopolfilm-Produktionsgesellschaft

Der aus Köln-Mülheim stammende Christoph Mülleneisen Sr. hatte Nielsen für die PAGU abgeworben. Ende 1911 gründete er die Dekage. Sein Kompagnon Bernhard Schwartz übernimmt in und außerhalb Köln reihenweise Kinos bzw. wandelt bestehende Theater in solche um.

Weitere Kinoeröffnungen

Kinoeröffnungen in den Vorstädten:

Castans Panoptikum, dessen Bijou Vitascope-Theater schon lange als „Kinematograph mit Variété-Vorstellungen als Einlage“ firmierte, wird nun endgültig zu einem Kino, dem Lichtschauspielhaus.

Ende der Tonbild-Ära

Die Tonbild-Ära in Köln läuft langsam aus. Biophon- und Tonbild-Theater existieren seit 1909 nicht mehr nicht mehr, das Tonbild-Cinema nennt sich unter Pächter Hermann Peil Thalia-Theater.

Kinos, die um 1912 oder früher existierten

Ein erster Interessenverband für Kinematographenbesitzer

Gründung des Vereins der Lichtspieltheaterbesitzer in Rheinland und Westfalen e.V.

1913

Weitere Kinoeröffnungen

Die Betreiber-Duos von Thalia Kinema und Kaiser Lichtspielen fusionieren ihre auf der Buchheimer Straße in Mülheim liegenden Kinos zu den Vereinigten Lichtspielen, nach eigener Aussage, um der Belastung durch die hohe Kinosteuer zu begegnen.

1914

Kinoplastikon

Kinematographie verbunden mit plastischer Bühnendarstellung

Annonce
Annonce für das Kinoplastikon-Verfahren in: General-Anzeiger für Dortmund v. 24.März 1914
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1.Weltkrieg 1914-1918

Kinematographen im 1.Weltkrieg

Erstes Technicolorverfahren

Herbert Kalmus gründet die Technicolor Corporation. Ca. 1 Jahr später bringt die Firma ein erstes additives Technicolorverfahren (Prismafarbe) auf den Markt.

1917

Gründung des Bioscop-Konzerns Köln.

1918

Am 4.Januar wird in der Kölner Flora unter der technischen Leitung von Walter Gordon (Agrippina Lichtspiele) und Aladar Szilard (Rheinische Film-Gesellschaft mbH) ein Militärkino für deutsche Soldaten eröffnet.

Ende des 1.Weltkriegs

Sperr- und Polizeistunden für Bars,Kinos, Varietés und Cabarets ab 20.00 Uhr

Umwandlung der Bioscop-Konzerns Köln in die Rheinische Lichtbild AG.

Im März laufen Märchenfilme im Saal des Herrn Wilhelm Mack, Freiheitstraße 126.

Nachkriegsgründungen

1919

Triergon - Berliner Tonfilmpioniere

Engl, Massolle und Vogt beginnen mit ihren Lichttonfilm-Experimenten

Army Cinemas

Einige innenstädtische Lichtspieltheater, die während des Kriegs nicht geschlossen oder umfunktioniert waren und wohl auch gezwungenermaßen (propagandistische) Filme und Wochenschauen gezeigt hatten, wurden unter der britischen Besatzung im Rheinland in wechselnder Folge als Army Cinemas beschlagnahmt.

Hoch-Zeit des Aufklärungsfilms

In der Verfassung der Weimarer Republik wird die Zensur kurzzeitig aufgehoben, der in den Kriegsjahren aufgekommene Aufklärungsfilm polarisiert die Gesellschaft.

Wilhelm Hünnes und Carl Sahler erhalten von den britischen Behörden die Erlaubnis das Apollo Theater neu zu eröffnen.

Kinoeröffnungen:

1920

Nachkriegszeit - Wirtschaftskrise, Vergnügungsstätten vs. Reformkino

12.Mai 1920 - Ein neues Lichtspielgesetz

Gegen Zensur und Kinosteuer: Gründung des Kölner Vereins zur Wahrung der Kinematographie e.V.

Kinoeröffnungen:

Im März eröffnet das Hansa-Volkskino in der Weidengasse 34.

Albert Brodmeyer, der schon die Union-Lichtspiele in Ehrenfeld übernommen hat, eröffnet im April sein zweites Kino in Köln, das Victoria auf der Sechzigstraße 6 in Nippes.

Im Mai verwandelt Theo Winkel, der schon ein Kino am Eigelstein 88 führt, den Fränkischen Hof , Traditionshaus der Kölner Katholiken und kurzzeitig Army Cinema in ein Lichtspielhaus.

Im September eröffnet das Rhenania in der Severinstraße 81.

Im Oktober eröffnet am Ort der einstigen Philharmonie das Metropol-Theater Lichtspielhaus.

Propaganda für die „Rheinische Republik“

Skandal um die Uraufführung des Films „Qui non vidit Coloniam, non vidit Germaniam“ im gerade zum Lichtspielhaus umfunktionierten Metropol-Theater.

Reformkino

November: Gründung der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Lichtbildwesens in Erziehung und Unterricht

1921

Die Neuland Kinematographie

Ende April erfolgte die Gründung von Kölns größter Reformfilmgesellschaft.

Kinoeröffnungen:

1922

Farbfilm:

Herbert Kalmus bringt ein subtraktives Farbfilmverfahren auf den Markt.

Kinoeröffnungen:

Adolf Bahm betreibt das Neue Theater auf der Buchheimer Straße 24, Mülheim.

Gründung der Städtischen Filmstelle

1923

folgt

1924

Die Agrippina Lichtspiele werden Ufa-Theater

Der 3D-Film kommt - Marktreife Durchbrüche im Anaglyphenfilm

Im Oktober zeigen Kölner Ufa-Theater Plastigramm-Bei- und Vorfilme in ihrem Programm.

Annonce
Neben der Herman Bang-Verfilmung „Michael“ werben die Agrippina Lichtspiele mit Aufnahmen vom Zeppelin und Plastigrammen in: Rheinische Volkswacht v. 3.Oktober 1924
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Kinoeröffnungen:

Die Porzer Lichtspiele existieren seit 1924 oder früher.

1925

Tod eines Kölner Film- und Kino-Pioniers

Im Juni stirbt Christoph Mülleneisen Sr., Gründer der Dekage.

Kinoeröffnungen:

Die UFA-Theaterbetriebsgesellschaft mbH macht aus dem Fränkischen Hof das zweite UFA-Theater in Köln. Im März läuft dort einer der ersten durchgehend farbigen amerikanischen Großfilme „Opfer des Harems (Die Liebe der Sultanstochter)“

Das Lichtspielhaus wird zum Filmpalast.

1926

Ende der britischen Besatzung

Beschlagnahmte Kinos und Varietés eröffnen wieder. Edmund Epkens dreht eine Dokumentation über die sogenannten „Befreiungsfeiern“.

Magnascop

Lorenzo del Riccio erfindet die Magnascope-Technik, ein Breitbildverfahren für 35mm-Film.

Die Emelka in Köln

Die Münchener Filmproduktionsgesellschaft Emelka eröffnet ihr erstes Kino in Köln, das Emelka Theater im Hochhaus.

Die Phoebus-Film AG betreibt nun auch das von den Briten freigegebene Moderne Theater.

Annonce
Ganzseitige Eröffnungs-Annonce für das Moderne Theater in: Rheinische Volkswacht v. 17.September 1926
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Weitere Kinoeröffnungen:

1927

Das dritte Technicolor-Verfahren kommt auf den Markt.

Neues vom Breitfilm: Henri Chrétien erfindet eine anamorphotische Linse.

Gründung der WERAG

Die 1924 gegründete Westdeutsche Funkstunde AG (WEFAG) wird in WERAG (Westdeutsche Rundfunk AG) umbenannt, ihr Sitz wird nach Köln in das Funkhaus, Dagobertstraße 38, verlegt.

Weitere Kinoeröffnungen:

Kinoeröffnungen in den Vorstätten:

Optische Innovationen

Das nachrüstbare Linsensystem Magnoskop kommt in deutschen Kinos zum Einsatz.

1928

Gründung der Tobis

Am 31.August 1928 wird das Ton-Bild-Syndikat (Tobis) gegründet.

Gründung des Verbands Kölner Lichtspieltheater.

Groß-Lichtspiele

Kino-Orgel und Großorchester

Eröffnung der Lichtspiele des Westens (LDW), Hohenzollernring 60, eines Kinos der Superlative, in dem die mit entfesselter Kamera gedrehten Bewegtbilder mit perfekt an die variable Laufgeschwindigkeit angepasster Begleitmusik durch professionelle Kino-Groß-Orchester illustriert wurden. Was früher der Geräuschemacher und Kolportagegeräuscheplatten leisteten, übernahm jetzt die Monster-Kino-Orgel.

Kinoeröffnungen in den Vorstätten:

Vorzugskarte für Ehrenfelder Kinos
Die Helios Lichtspiele, das zweitälteste und älteste existierende Kino in Ehrenfeld, die 1919 eröffneten Rheinland-Lichtspiele, das seit 1912 existierenden Union-Theater und die gerade neu eröffneten Urania Lichtspiele geben eine der damals beliebten Kino-Vorzugskarten für bessere Plätze heraus.

Das Tivoli in Nippes wird zum Ufa-Theater.

Sportsman Jockel und sein Kino für Jedermann

Paul Jockel, seit 1926 bekannterweise auch Lichtspieltheaterbesitzer eröffnet sein erstes Kino für Jedermann - das Monopol-Theater - Kino für Jedermann 1 im ehemaligen Victoria-Saal/Kristallpalast auf der Severinstraße.

Die Emelka übernimmt die Phoebus-Film-AG und damit auch deren Kölner Lichtspielhäuser Schauburg und Modernes Theater.

Ende der 1920er Jahre entdeckt die Reformbewegung den Schmalfilm und das Vereinskino

1929

Die Emelka eröffnet ein Groß-Kino in Köln

Wir stellen aus unserer Sammlung ein erhaltenes Exemplar der originalen Festschrift zur Eröffnung des Capitol Emelka Theaters in Köln am 20. Februar 1929 vor. Einzigartig ist dieser Fund aus unbekanntem Nachlaß durch die Tatsache, daß in der Festschrift originale Musikaufstellungen des Kino-Kapellmeisters Schmidt-Boelcke erhalten sind. Wir nehmen diese zum Anlaß für einen Exkurs über Film-Illustration vor dem Tonfilm.

Der Mechau-Projektor erobert Kölner Kinos

Was für die Kölner Zeitung erwähnenswert war, ist uns natürlich auch eine Themenseite wert: Im Capitol liefen Mechau Projektoren, der bekannteste Projektortyp mit optischem Ausgleich und kontinuierlichem Filmtransport. Weitere Kinos mit Mechau-Projektoren: Boccaccio(LDZ), Schauburg, Lichtspiele des Westens.

Das Boccaccio wird in Lichtspiele des Zentrums (LDZ) umbenannt.

24.Oktober: Schwarzer Freitag, Zusammenbruch der New Yorker Börse, Beginn der Weltwirtschaftskrise

Jedermann-Kino-Neueröffnungen

Kinoeröffnungen in den Vorstädten

Das Reformkino lebt:

Gründung der Bild- und Film-Zentrale GmbH (Bifiz), Köln.

Oktober: Gründung der Vereinigung katholischer Vereinspfarrkinos für Köln, im Vorstand: Kaplan Berg

Tonfilm-Revolution

Tonfilmzwang, Wirtschaftskrise, deshalb verbilligte Eintrittspreise

Nadelton- und Lichttonapparaturen halten Einzug in den Kinos, die es sich leisten können. ein neuer Kino-Beruf entsteht: der Tonsteurer oder Steuermann.

Wie zur Zeit der Tonbilder haben Opernsänger im Kino Konjunktur: Tauber-Ton-Filme, Aramesco, Werag-Rundfunk-Tenor und deshalb in Köln als Funkaruso bekannt, tritt live in Emelka-Kinos auf.

1930

Breitfilm reloaded

Grandeur-Film, Magna-Film - 70mm-Filme wie sie vor der Einführung der 35mm-Formats in Köln gelaufen waren kommen wieder.

Ein präkinematisches Jubiläum

Max Skladanowsky präsentiert anläßlich des 35-jährigen Jubiläum im Berliner Wintergarten noch einmal einige seiner nun auf 35mm-Normalfilm umkopierte Aufnahmen, die er 1895 erstmals dort aufführte.

Jedermann-Kino-Neueröffnungen

Kinos 11 und 13 befanden sich in Düsseldorf.

Kinoeröffnungen in den Vorstätten

Die Lichtburg in der Platenstraße 32 wird eröffnet.

Farbentonfilme

Neben Breitfilm, Nadel- und Lichtton erreichen die neuen (Technicolor-)Farbfilmverfahren den deutschen Markt.

In der Umstellungsphase zum Tonfilm übernimmt Dr.Aziz Cotta den Fränkischen Hof. In der Zeitschrift Kinematograph preist er den Farbtonfilm Cilly an.

Tonfilmgegner

Sowohl um den durch die Entwicklung des Lichttonfilm gefährdeten Stummfilm als auch um den Erhalt der Großorchester entbrennen erbitterte Kulturkämpfe.

1931

Jedermann-Kino-Neueröffnungen

Uraufführung der Remarque-Verfilmung „Im Westen nichts Neues“ in Köln

Annonce
Werbeannonce für „Im Westen nichts Neues“ im Capitol in: Kölner Lokal-Anzeiger v. 7.Juli 1931
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Die Freie Volksbühne Köln e.V bringt die amerikanische Verfilmung von Erich Maria Remarques Antikriegsromans „Im Westen nichts Neues“ in die Agrippina Lichtspiele, Lichtspiele des Zentrums und Scala Theater. Es handelte sich um eine geschlossene Vorstellung für Mitglieder, ihre Angehörigen und den an die Volksbühne angeschlossenen Vereine. Eine Veranstaltung für Erwerbslose fand am 14. und 16.Juli statt. Der Film war seit seiner Uraufführung von gewalttätigen Protesten nationalsozialistischer Gruppen begleitet. Er wurde daraufhin von der Filmprüfstelle verboten. Im September des Jahres wurde die stark zensierte deutsche Fassung freigegeben, weil die Produktionsfirma sich verpflichtete, alle internationale Fassungen an die deutsche Schnittfassung anzugleichen. Anläßlich der Uraufführung beschmierten Kölner Nationalsozialisten die Zentrale der Freien Volksbühne Köln e.V in der Richmodstraße 3 mit schwarzer Farbe.

Kinoeröffnungen:

Kinoeröffnungen in den Vorstätten

Der Kinematograph im Museum

Im August eröffnet Oskar Messter in Berlin sein privates Kinomuseum. Dort erfährt man erstaunliches: Alle bahnbrechenden Erfindungen vom Malteserkreuzgetriebe bis zum Tonbild hat niemand anderes als Herr Messter erfunden oder zumindest bis zur Marktreife gebracht.

Reformkinobewegung

Oktober Kaplan Berg läßt sich von der Bifiz im großen Saal des Vereinshauses der Herz-Jesu-Pfarre, Zülpicher Straße 34 ein Jugend- und Vereinskino einrichten: die Jugendlichtspiele Herz-Jesu.

Im November bekommen die Lichtspiele des Zentrums ihren alten Namen Boccaccio wieder.

1932

Neues vom Reformkino

Nach dem finanziell bedingten Rückzug der Emelka will der neugegründete Reformkino-Verein Kulturfilmbühne e.V. das Emelka-Theater im Hochhaus bespielen.

Gründung der Kölner Filmfreunde e.V. die als Vereinskino Neues Tonfilm-Theater, die Jugendlichtspiele Herz-Jesu auf der Zülpicher Straße 34 nutzten (viel später wurde an dieser Adresse das Tazzelwurm Varieté und danach das Bali Kino).

Uraufführung von Gilgi - Eine von uns im Capitol

Am Dienstag, den 4.Oktober 1932 fand in Anwesenheit der Kölner Erfolgsschriftstellerin Irmgard Keun. Hauptdarstellerin Brigitte Helm konnte wegen Erkrankung nicht teilnehmen.

Annonce
Werbeannonce für „Gilgi, eine von uns“ im Capitol in: Der Mittag v. 2.Oktober 1932
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Weitere Kinoeröffnungen:

1933

NS-Zeit Instrumentalisierung des Kinos

Der Schmaltonfilm erlangt Marktreife, die Firma Siemens bietet für ihren Standard 16mm-Projektor eine Lichttonapparatur und einen Verstärker an.

Im Mai 1933 erwirbt Elie Laniado aus Düsseldorf Jockels Kino für Jedermann 4, Werner Hürfeld aus Köln übernimmt das Kino für Jedermann 7 die Helios Lichtspiele.

Kinoeröffnungen: in den Stadtteilen

Feinkosthändler Konrad Höwer betreibt in der Restauration von Johann Hens, Sechzigstraße 1, Köln-Nippes eine Leihbücherei und wohl auch kurzzeitig eine Lichtbildbühne.

1934

NS-Propaganda im Kino

Annonce
Werbeannonce für den amerikanischen Film „Gabriel Over the White House“ im Capitol in: Der Neue Tag v. 6.April 1934
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Neben der üblichen Unterhaltungsware „Ein Mädel wirbelt durch die Welt“ mit Magda Schneider und „Mein Herz ruft nach Dir“ mit Jan Kiepura läuft unter dem Titel „Zwischen heut' und morgen“ im Capitol der amerikanische Film „Gabriel Over the White House“. Werner Höfer, damals Filmkritiker beim NS-Blatt „Der Neue Tag“ pries in seinem Artikel vom 6.April die „politische Weltbotschaft“ des im Auftrag der Nazis übelst für ihre Zwecke umgeschnittenen und verfälschend nachsynchronisierten Tonfilms (Stimme von Walter Huston: Werner Pledath).

Gaufilmstelle Köln-Aachen

Am 1.Mai 1934 beginnt die Gaufilmstelle Köln-Aachen der NSDAP unter der Leitung von Pg (= Parteigenosse) Oskar Wiebeling mit der NS-(Schul-)filmpropaganda.

Kinoneueröffnungen:

Die Düsseldorfer Gebrüder Genandt führen das Moderne Theater unter dem Namen Gloria weiter.

Niedergang der Jedermann-Kinos

So schnell Jockels günstige Volks-Unterhaltungskinos enstanden, verschwinden sie auch wieder:

Die Kino für Jedermann GmbH betreibt nur noch das Kino für Jedermann 2 und das Kino für Jedermann 3 in Nippes.

1935

Die frühesten Jedermann-Kinos werden von Jockel und/oder seinen Verwaltungsfirmen nahestehenden Personen und Gesellschaften übernommen.

1936

Werner Hürfeld übernimmt das Kino für Jedermann 15, (Scala-Theater).

Cotta nennt die Rheinland-Lichtspiele in Primus-Palast um.

1937

Wuchtige Kino-Neubauten in den Vorstädten sollten den Zeitgeist repräsentieren. Die Front bestehender Kinos wurde in entsprechender Form verändert. bei den Namen dominieren Akronyme und Wortzusammensetzungen aus dem Namen des Vororts und dem Wort Lichtspiele. Dort läuft das NS-typische Programm aus banalen, die Realität verschleiernden Unterhaltungsfilmen und propagandistischen NS-Wochenschauen mit eingebetteten Kameraleuten. Neben der Schwerhörigen-Anlage wird häufig die Einrichtung für Rundfunkausstrahlungen und PA-Durchsage erwähnt. Die Kinos dienten darüber hinaus nämlich als Versammlungsorte für öffentliche Parteikundgebungen der NS-Kreisverbände abgehalten zu denen sich die Bevölkerung einfinden sollte.

Kinoeröffnungen in den Stadtteilen:

1938

Kinoeröffnungen in den Stadtteilen:

1939

Beginn des 2.Weltkriegs

Kinoeröffnungen in den Vorstädten

Schilling und Lommerzheim eröffnen das Reichshallen-Theater als Kraft durch Freude (KDF) Varieté Apollo Theater neu.

1940

Annonce
Kölner Kinos im Dienst der NS-Kriegspropaganda, Werbeannonce in: Der Neue Tag v. 22.Februar 1940
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1941

Kinoeröffnungen

1944

Kriegs-Lichtspiele

Durch die Bombenabwürfe der Alliierten werden immer mehr Kinos beschädigt und zerstört. Im vorletzten Jahr des Krieges entstehen Ersatzkinos für Wehrmachtsangehörige: Gereon-Lichtspiele, Gereonstraße 48

Annonce
Die Gereon-Lichtspiele suchen Personal in: Der Neue Tag v. 19.April 1944

Am 7.Juli eröffnen die UT-Lichtspiele Nippes, Neußer Straße 338

1945

folgt

1946

Kinoeröffnungen

1947

Kinoeröffnungen

1948

Kinoeröffnungen

1949

Kinoeröffnungen

1950

Kinoeröffnungen

1951

Kinoeröffnungen

1952

Das Lux am Dom, Hohe Str. 131 eröffnet.

Komet-Lichtspiele werden eröffnet.

1953

Eröffnung des AKI Neumarkt

Die Roxy-Lichtspiele, Chlodwigplatz 20-22 werden eröffnet.

1954

April Die Photokina in Köln, Internationale Photo- und Kino-Ausstellung

Die Camera, Hohenzollernring 74 wird eröffnet.

1956

Theater am Rudolfplatz, Habsburgerring 18-20

Stern am Ring, Clevischer Ring 113, 27.Juni, Köln-Mülheim

In der Apostelnstraße 13, wo schon um 1903 Wanderkinematographen in der Philharmonie auftraten und 1920 kurzzeitig das Metropol-Theater Lichtspielhaus existierte, eröffnet das Gloria Kino

1957

Bambi am Ring 1958 Eberplatz 11

1958

Filmpalette

Weißhaus Großes Haus/Studio Luxemburger Straße 253

Luxor Mülheim, Köln-Buchheim

1959

Cinema Hohenzollernring 76

1967

Gründung der Cinemathek Köln

Auto-Kino Porz, Frankfurter Straße 1967

1969

Astor