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Lebende Photographien in Köln

Cinématographe Joly

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Der Mechaniker Henri Joly hatte in den 1890er Jahren für die Firma Pathé erste Filmkameras entwickelt, u.a. eine Version von Edisons Kinetoskop mit vier Okularen namens Photozootrope. 1896 konstruierte er mit finanzieller Unterstützung seines neuen Kompagnons, des Fabrikanten und Ingenieurs Ernest Normandin, weitere kinematographische Geräte für perforierten Film. Wie damals üblich, waren diese Kamera und Projektor zugleich. Auf diese Weise war die Herstellung von lizensierbarem Filmmaterial möglich. Joly hielt Patente für verschiedene Modelle.

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Werbeannonce zur Präsentation Lebender Photographien System Joly in der Schildergasse 47-49 in: Rheinischer Merkur v. 24.Oktober 1896
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Ende des Jahres wurde im Erdgeschoß des Hauses Schildergasse 47-49 im Rahmen der Baufachausstellung ein Musterkinematograph System Joly aufgestellt, um den Verkauf der Apparate und der zugehörigen Lizenzen auch in Deutschland voranzutreiben.

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Werbesannonce zum Erwerb von Lizenzen in: Kölnische Zeitung v. 3.November 1896
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Später übernahm eine Kölner Firma namens Keller & Co den Verkauf der Lizenzen.

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Werbeannonce der Keller GmbH in: Kölnische Zeitung v. 19.November 1896
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Werbeannonce zur Präsentation Lebender Photographien mit einem Cinématographe Joly in der Schildergasse 5-9 in: Kölner Local-Anzeiger v. 11.Dezember 1896
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Zur Überbrückung von Pausen in der Vorführung bzw. zur musikalischen Untermalung setzte man ein Granophon ein.

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Werbeannonce zur Präsentation Lebender Photographien System Joly in der Hohe Straße 110 in: Kölner Local-Anzeiger v. 14.März 1897
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Werbeannonce zur Präsentation Lebender Photographien System Joly in der Hohe Straße 110 in: Kölner Sonntags-Anzeiger v. 21.März 1897
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Im Mai 1897 kam es bei einer Vorführung mit einem Joly-Normandin Kinematographen bei einem Wohltätigkeitsbasar in Paris zu einem verheerenden Brand, mit vielen bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Todesopfern aus europäischen Adelshäusern. Ursache für den Brand war die unprofessionelle Handhabung der von Alfred Molteni hergestellten oxy-aetherischen Gaslampe3, die als Projektionslampe diente. Die nicht genügend ausgebildeten Vorführer hatten zum Weiterbetrieb der Lampe Äther nachfüllen wollen, dabei hatten sich explosive Ätherdämpfe gebildet. Unglücklicherweise zündete einer der beiden dann ein Streichholz an. Letztendlich war auch der Brandschutz vernachlässigt und Türen nur nach innen öffenbar gestaltet worden. In der Folge wurde der Cinématographe Joly vermutlich auch in Anlehnung an den amerikanischen Biograph-Kinematographen unter dem nicht belasteten Namen Royal Biograph vermarktet. 1900 beschäftigte Joly zusammen mit den Brüdern Ernest und Edgar Normandin sich mit den Möglichkeiten der Ton-Film-Synchronisation.2

Quellen:
1 http://cinematographes.free.fr/joly.html
2 https://www.cinematheque.fr/fr/catalogues/appareils/collection/lampe-oxyetheriqueap-14-2878.html 3 https://www.victorian-cinema.net/joly.php