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Peter Hübner

BHC Film Club Köln Brück

Die Existenz dieses geheimnisvollen Filmclubs ist belegt durch einen von Detlev Simon, Moderator der WDR Sendung „Verdammt lang her“ aus den 1990er Jahren in die Kamera gehaltenen Mitgliedsausweis seines Gründers Peter Hübner. In der Talkshow erzählt Hübner, ein schon verstorbenes Kölner Original unter dem Motto „Kinokrise Fernsehen gegen Kino“ aus seinem Leben für das Kino.

Gründung, Anfangsphase

Hübner hatte seinen Filmclub 1958 gegründet. Der Club-Ausweis zeigt ein Foto von Hübner mit Sonnenbrille, ein Bekannter von ihm hatte ihm in seiner Jugend eine Ähnlichkeit mit James Dean attestiert. Nach Hübners Aussage hatte sein Filmclub 250 Mitglieder, die ebenfalls Ähnlichkeit mit bekannten Schauspielern hatten. Schauspieler zu werden war sein Lebenstraum, zu dessen Erfüllung „er sich dem Kino zugemutet hatte.“

Vereinszweck

Ziel war die Gründung einer Filmgesellschaft, eigene Filme zu drehen, mit ihm und anderen Mitgliedern als Schauspieler.

Um die zwanzig Berufe soll er zur Finanzierung seines Lebenstraums ausgeführt, Tag und Nacht gearbeitet haben u. a. als Chauffeur, Fischausträger, Nachtclubbesitzer auch im Milieu des damals heißen Pflasters Köln und doch scheiterte er immer am Mangel an materiellen Mitteln.

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In seiner Stretchlimo chauffierte Hübner Hochzeitspaare.

Auch seinen Filmclub mußte er schon Anfang der 1960er aus finanziellen Gründen auflösen.

Später zog Hübner für kurze Zeit nach Cannes. Eine Zeitungsmeldung über Selbstmordgedanken der von ihm vergötterten BB, läßt ihn ihren Bungalow in St. Tropez aufsuchen, doch als er auf sein Idol trifft, bringt er kein Wort heraus.

Hübner und die Filmpalette

In den 1970er Jahren verwirklichte er noch einmal seinen Traum vom Kino als Pächter der Filmpalette. Am Anfang zeigt er die großen UFA-Produktionen, sein Premierenfilm in der Filmpalette war der Farbfilm Münchhausen. Auch Marika Rökk-Filme wie z.B. „Kora Terry“, „Die Frau meiner Träume“ hat er im Programm. Doch diese, auch teilweise durch ihre Entstehung in der NS-Zeit vorbelasteten Klassiker, zogen damals kaum Publikum, der Saal mit 100 Plätzen war nie ausgelastet. Hübner schwenkte um auf Action und feierte mit Genre-Klassikern wie „Lohn der Angst“ bescheidene Erfolge. Der allgemeine Niedergang des Kinos in den 1980er Jahren, die Konkurrenz von Video/Fernsehen (zuletzt kamen nur noch zwei Zuschauer) zwang ihn zuletzt, wie viele andere, zum Umstieg auf pornografische Filme, um das Kino überhaupt halten zu können. Kontakte in die Branche dürfte er über seine Mutter gehabt haben, die am Friesenwall ein einschlägig bekanntes Studio-Kino betrieb.

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Kino-Werbedia für Jesús (Jess) Franco's Marquis de Sade Film „Justine & Juliette“ aus dem Kölner Gloria Theater (Schreibmaschine auf Silberfolie).

Kleiner Exkurs am Rande: Daß das, was man damals unter Pornografie verstand, heute in einem Programmkino laufen würde, verdeutlicht das hier abgebildete Kinodia. Im Gloria in der Apostelnstraße hat Joachim auch Shindô Kaneto's Meisterwerk 鬼婆 (Onibaba) gesehen.

Schwierigkeiten mit dem Hauseigentümer führten zur Beendigung von Hübners Karriere als Kinopächter. Zwei Gründungsmitglieder des Filmclub 813 erstellten das Programm für die Abschiedsvorstellung und drehten einen 16mm-Film darüber. In diesem tritt Hübner als er selber auf und prophezeit eine Rückkehr des „normalen Kinos“1.

Kinotechniker Meurer, der Peter Hübner durch seine Anstellung bei Rudolf Bergfelder kennenlernte erinnert sich, daß Hübner später noch ein Kino im Keller einer angemieteten Villa eingerichtet hatte, in der er mit Lebensgefährtin und Papagei residierte. Nach eigener Aussage soll Hübner eine „riesige Sammlung rund ums Kino“ besessen haben, über deren Verbleib nichts bekannt ist. Einige werden ihn noch von der Mülheimer Filmbörse kennen. Dort verkaufte er an einem Stand Filmkopien aus seiner Sammlung.

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Der Mann der für das Kino lebte. Peter Hübner auf der Filmbörse.
Foto:© Wendel Meurer
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Quellen:
1https://www.koeln-im-film.de/datenbank/filme-a-z/detail/5967