Helios Lichtspiele
Venloer Straße 385-389, Ecke Heliosstraße
ZurückGründer/Betreiber
- 1908 Wilhelm Böhme
- 1927-1930 Witwe Wilhelm Böhme
- 1930 Kino für Jedermann GmbH, Geschäftsführer:Paul Jockel
- 1933 Otto Trennwolf, auch Capitol, Herne/Westfalen
- 1934 Werner Hürfeld
- 1947 August Basten
- 1959 Hermine Joisten, Geschäftsführerin:Berta Bastian
Kino-Name
Der bald gängige Name Helios bezieht sich auf die an dem Standort im Stadtteil Ehrenfeld ehemals angesiedelten Helios-Werke, nach denen auch die Heliosstraße benannt war.
Eröffnung
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Die Eröffnung fand am Samstag, den 12.Dezember 1908 unter dem Namen Great American Novelty Kinematograph statt. Ein in der Zeitschrift Kinematograph lancierter Bericht über die Eröffnung (Eintritt 20 Pfennig) nennt 14 prachtvolle flimmerfreie Bilder, die von einem Bilderklärer erläutert wurden. Dazu Varietäten-Einlagen mit Imitationen und einer elektrischen Lichtnummer von Miss Gremon mit schöner Musikbegleitung. Später setzte sich der Name -Kinematograph, -Lichtspiel, oder -Kino mit dem Vorsatz Helios durch.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Ort
Das Kino befand sich auf den Gelände der ehemaligen Helios-Werke. In der Nacht zum Sonntag, den 10. April 1910 brannte die auf dem Gelände befindliche Rheinische Drahtstiftfabrik nieder, angrenzende Stallungen konnten gerettet werden. Das Kino und weitere Gebäude blieben verschont. Am 27.August 1911 um 20.00 Uhr gab es einen Brand in der Vorführkabine der Helios-Lichtspiele, die Zuschauer hatten das Kino bereits verlassen. Ein Nicht-Sicherheitsfilm hatte Feuer gefangen, der Vorführer erlitt schwere Brandwunden und mußte ins Franziskushospital eingeliefert werden. Es entstand ein Schaden von 1000 Mark1. Da einige Zeitungen lediglich einen Brand in einem Ehrenfelder Kino meldeten, ließ Witwe Erpelding im Kölner Local-Anzeiger klarstellen, daß es sich nicht um das nahe gelegene Kinema Erpelding (Ehrenfelder Volks-Theater), Venloer Straße 350 handelte2. Der Helios Kinematograph war nach dem Ehrenfelder Volkskinematographen das zweite in Ehrenfeld eröffnete Kino.
1930? wurde auf dem Gelände die Rheinlandhalle, eine große Sport- und Eventhalle eröffnet.
Projektionstechnik
1950er Jahre: 2 Zeiss Ikon Ernemann VIIIB, 35mm-Projektoren, Normal+Cinemascope/Superscope, tönende Dias
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Begleitung der lebenden Photographien/Tonanlage
folgt
1930 Kino-Orgel
1950er Jahre: Verstärker:Zeiss Ikon Dominar Variant, Lautsprecher:Schrankkombination Hoch/Tieftöner, Einkanal-Lichtton
Programm
Lizenz-Filme von Pathé Fréres.
Ausstattung des Saals
Wandelgänge, Feenhafte Beleuchtung, Dampfheizung, Silberleinwand
1930 bei Neueröffnung als Kino für Jedermann 7, 3500 Plätze, 6200 Plätze nach Öffnen einer Trennwand3.
Quellen:
1 Rheinischer Merkur 28.August 1911
2 Kölner Local-Anzeiger v. 2.September 1911
3 Kinematograph 1930 Nr.63