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Fränkischer Hof Lichtspielhaus

Komödienstraße 32-36

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Ursprünge

Französische Herrschaft

Das Grundstück auf dem der Fränkische Hof stand, hatte sich schon unter der französischen Besatzung Kölns ein Tanzlokal beherbergt. Am 21 Oktober 1801, als die Komödienstraße noch Schmierstraße hieß, eröffnete der Bürgerhauptmann (Franz) Caspar Rodius dort unter der Nr.3896 seine Weinwirthschaft mit Tanzsaal. Im Mai 1802 übergab er das Geschäft an seinen Sohn H.J. Rodius. Nachdem dieser ca. 1809 stark verschuldet war, führte dessen Frau das Geschäft weiter. Unter der französischen Besatzung wird die Schmierstraße in Comödienstraße (Rue de Comedie) umbenannt.

Nach der Besatzung

Im November 1814 war das Haus in den Besitz eines Peter Arnold Mumm übergegangen. 1815 eröffnete Richard Lieber dort wieder Tanzlokal und Weinschänke, nach seinem Tod 1825 wurde es von seiner Witwe weiter geführt. 1840 errichtete J.H. Eiser an Stelle des Lieber'schen Hauses, Comödienstraße 34, seinen neuen Ballsaal, welcher unter der Bezeichnung Eiser`scher Saal in Köln bekannt war. 1849 pachtete Weinwirt Johann Dickopf den Eiserschen Saal von Eisers Witwe. In dieser Zeit fanden schon Vereinstreffen dort statt. 1858 folgte der Gastwirt Sebastian Wattler, Fischhändler und Witwe Eisers Ehemann Nr.2. Bis in die 1860er Jahre war der Name Eiserscher Saal in Köln geläufig.

Kaiserzeit

Zur Krönung von Wilhelm I 1871 wurde der Eisersche Saal von A. Franke als Deutscher Kaisersaal weiter betrieben. Unter diesem Namen avancierte er zum Versammlungsort und später Vereinshaus des katholischen Volks-Vereins.

1900 Christlicher Kino-Pionier

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Werbung für eine Biograph-Vorführung im Fränkischen Hof in: Rheinischer Merkur Nr.2 v. 3.Januar.1900
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Der Fränkische Hof war traditionell eng verbunden mit der Zentrumspartei. Im Jahr 1900 leistete der Betreiber Lucas J. Brems Pionierarbeit auf kinematographischem Gebiet indem er den Gartensaal des Fränkischen Hofes der Deutschen Biograph- und Mutoskop-Gesellschaft für die Vorführung von sechs lebenden Photographien zur Verfügung stellte.

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Annonce für eine weitere Vorstellung mit einem Biograph Projektor in: Kölner Local-Anzeiger v.24.9.1903
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Nach Brems Tod 1909 führte seine Witwe das Lokal weiter.

1919 - Der fränkische Hof wird Army Cinema

Nach Ende des 1.Weltkriegs wurde im Saal des Fränkischen Hof kurzzeitig eines von drei wechselnden Army Cinemas der Britischen Besatzungstruppen untergebracht.

1920 - Der Fränkische Hof wird Lichtspielhaus

Theo Winkel eröffnete im Jahr 1920 ein Kino im großen Saal des Fränkischen Hofes. Im Jahr 1924 führt Winkels Frau das Kino.

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Theo Winkel wirbt für einen teilkolorierten österlichen Christus-Film mit musikalischer Begleitung in: Rheinische Volkswacht v. 1.April.1920
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1925 - Der Fränkische Hof wird UFA-Kino

Die Universum-Film AG (Ufa) übernimmt den Fränkischen Hof als zweites ihrer Kölner Kinos. Der ursprüngliche Eröffnungstermin am 3.März 1925 wird, anläßlich des überraschenden Todes des ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Friedrich Ebert, am 28.Februar, auf den 6.März verschoben.

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Die Ufa verschiebt die Eröffnung ihres zweiten Kölner Kinos kurzfristig, Rheinische Volkswacht v. 2.März.1925
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Kinotechnik

Die gesamte Projektionstechnik wird geliefert von der Ufa-Handelsgesellschaft (Abteilung für Projektionstechnik und Kinoausstattung). Besondere von der elektrotechnischen Abteilung der Ufa konstruierte und patentierte Features:

Die Elektrotechnischen Anlagen, speziell auch die der Vorführkabine stammen von der Firma J.Premm, Köln.

Saalausstattung

Der durch einen herumlaufenden Rang ergänzte Zuschauerraum mit 500 Plätzen ist in grauen und blassrot abgetönten Farben gehalten.

Architekten:H. Walter Reitz, Köln, Baurat Max Bischoff, (Ufa-Berlin).

Neuer Direktor ist Karl Gordon, (Ufa-Berlin), Oberspielleiter: Franz Goebels.2

Bühnenanlage

Eine moderne Bühnenanlage gestattet neben Film auch Darbietungen aus Ballet, Schauspiel und Pantomime.

Sonstige Neuerungen

Der Eingangsbereich ist zu einem Foyer mit indirekter Beleuchtung erweitert worden.

Vorführungen finden bei matter, verschiedenfarbiger, indirekter Beleuchtung statt, um jederzeitiges müheloses Platznehmen zu ermöglichen3.

Eröffnung

Freitag, den 6. März 1925, nachmittags 3 Uhr.

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Werbung für die Eröffnung in: Rheinische Volkswacht v. 4.März.1925
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Als Eröffnungsfile liefen:

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Werbung für das Eröffnungsprogramm in: Rheinische Volkswacht v. 5.März.1925
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Der erste Voll-Farbfilm im Fränkischen Hof

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Werbung für den Farbfilm „Opfer des Harems (Die Liebe der Sultanstochter)“ in: Rheinische Volkswacht v. 27.März.1925
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1930 Tonfilm

Dr.Aziz B. Cotta übernimmt den Fränkischen Hof in der kommerziell schwierigen Phase der Umstellung zum Tonfilm und zeigt den zugkräftigen Farben-Tonfilm Cilly.

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Werbung für Cilly in: Kölner Lokal-Anzeiger v. 3.Mai.1930
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1939 fällt der gebürtige Ägypter Cotta bei dem NS-Regime in Ungnade. August Hofedig übernimmt das Kino mit dem Boccaccio Theater

1940 Dom Lichtspiele

Der Fränkische Hof wird in Dom Lichtspiele umbenannt. Betreiber: Henry Frömcke, Düsseldorf, Frömcke & Co Köln (Kinobetriebe)

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Werbung für eine Neueröffnung mit dem Film Bel Ami in: Der Neue Tag v. 7.April.1939
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Quellen:
1 Verschiedene Zeitungen
2 Kinematograph März 1925
3 Rheinische Volkswacht v. 4.März 1925, Kinematograph Nr.943, 1925