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Filmtechnische Dienstleistungen in Köln

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Nachdem sich um 1906 die ersten ständigen Kinematographen in Köln etabliert hatten, ließen die erste Dienstleister im Bereich Film nicht lange auf sich warten. Bereits im Jahr 1907 schalteten mehrere Kölner Firmen bzw. Einzelpersonen Werbeanzeigen in der Zeitschrift Kinematograph.

Filmmaterial

Vergrößerungsanstalten/Kopierwerke

Filmreinigung/Filmreparatur

Die Filmreinigung umfasste die Beseitigung von Öl und Schmutz, die sich beim Lauf durch einen schlecht gereinigten Filmkanal bzw. verölte Zahntrommeln und Laufrollen angesammelt hatte sowie die Retouche von Regenstreifen etc.

Virage

Zum Viragieren (Tönen, Einfärben) legt man die Filmkopien in färbende Bäder. Man unterscheidet zwischen der Einfärbung des Materials mit organischen oder synthetischen Farbstoffen (Anilin-Virage) und der chemischen Veränderung des Materials (chemische Virage).3

Viragen waren meist monochrom, bestimmte Farben sollten unterschiedliche Stimmungen (rot für Feuer) transportieren oder Tag-(gelb) und Nachtszenen (grün/blau) erkennbar machen. Durch Kmbination der Verfahren waren mehrfarbige Viragen möglich.

Filmkolorierung

Annonce
Werbung für die bunte Woche im Union-Theater in: Kölner Local-Anzeiger 7.August 1907
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Mit Pastellfarben (Eiweißlasur) kolorierte Filme gab es seit Beginn der Kinematographie in den 1890er Jahren. Sporadisch liefen in den meisten Kinematographen kolorierte Filme. Um 1907 boten einige Kinos „Bunte Wochen“ an, an denen mehrere ausschließlich kolorierte Filme hintereinander liefen. Prinzipiell jede/r im Retouchierhandwerk ausgebildete Photograph/in bzw. photographische Hilfskraft war in der Lage, die damals noch relativ kurzen Films von Hand zu kolorieren. Später nutzte man auch Kolorierschablonen. Bereits 1907 wurden Patente für Koloriermaschinen angemeldet.

Wir stellen hier uns bekannte FilmkoloristInnen vor.

Filmherstellung

folgt

Filmverleih

siehe Verleihfirmen

Kinoreklame

Filmtransport

siehe Filmtransportunternehmen

Filmverwertung

Filmkopien wurden in den ersten Jahrzehnten der Kinematographie nicht als erhaltenswert angesehen. Wenn die Kopie, auch durch den in den 1910er Jahren aufkommenden Pendelbetrieb zwischen mehreren Kinos, stark verregnet war, viele Schäden durch häufiges Abspielen, Klebestellen etc. aufwies, wurde sie der Wiederverwertung zugeführt. Die Filme wurden dazu in eine Filmwäscherei überführt, dort wurden die Filme meist von weiblichen Angestellten nach der Güte ihres Zelluloidträgers sortiert und neu zurammengeschnitten. Der Film durchläuft chemische Bäder (Kalilauge) bis die Bildinhalte vollständig ausgewaschen sind. Der übriggebliebene Zelluloidträger wird je nach Qualität zu Lack, Kunstlederutensilien, Zelluloidgegenständen oder Kitt weiterverarbeitet. Die im chemischen Bad verbliebenen Bestandteile (Silber etc.) werden ebenfalls abgeschieden und wiederverwendet.

In Köln wurde 1933 die (Kölnische) Filmverwertung GmbH ins Handelsregister eingetragen. Geschäftsführer sind Kaufmann Jakob Schnelling und Jurtizrat Dr. Max Isidor Bodeheimer, beide Köln. Schnelling bringt das Inventar seiner schon existierenden Filmwäscherei in das Unternehmen, mit Heizanlage und Trockenapparaten etc. 1934 wird Bodenheimer als Geschäftsführer abberufen und ersetzt, möglicherweise ein Fall von Arisierung. 1938 wurde die Gesellschaft aufgelöst.

Zelluloid

Der erste flexible Filmträger

Hier haben wir unsere Annäherung an ein, nicht nur die Sehgewohnheiten sprengendes Material verlinkt.

Quellen:
1 Kinematograph Nr.177 Mai 1910
2 Kinematograph Nr.29 Juli 1907
3 https://filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/v:virage-849 4 Kinematograph 1907