Filmtechnische Dienstleistungen in Köln
ZurückNachdem sich um 1906 die ersten ständigen Kinematographen in Köln etabliert hatten, ließen die erste Dienstleister im Bereich Film nicht lange auf sich warten. Bereits im Jahr 1907 schalteten mehrere Kölner Firmen bzw. Einzelpersonen Werbeanzeigen in der Zeitschrift Kinematograph.
Filmmaterial
- Deutsche Rollfilms-Gesellschaft mbH1
Vergrößerungsanstalten/Kopierwerke
- Wilhelm Schmidt, Friesenplatz 16, mobile Dunkelkammer2
- Friedrich J. M. Hansen 1921
- Rheinischen Filmwerke 1923
Filmreinigung/Filmreparatur
Die Filmreinigung umfasste die Beseitigung von Öl und Schmutz, die sich beim Lauf durch einen schlecht gereinigten Filmkanal bzw. verölte Zahntrommeln und Laufrollen angesammelt hatte sowie die Retouche von Regenstreifen etc.
- Jean Epkens Rheinische Filmklinik, 1907
- Carl Krudewig, Filmverkauf, Weidenbach 8, 1920
- Henry Hohl, 1907
- Jean Frenzen Film-Reinigungs- und Instandsetzungsanstalt, 1920
- Kino-Industrie GmbH, Hohe Straße 14, Filmreinigung, 1921
- Friedrich J. M. Hansen 1921
Virage
Zum Viragieren (Tönen, Einfärben) legt man die Filmkopien in färbende Bäder. Man unterscheidet zwischen der Einfärbung des Materials mit organischen oder synthetischen Farbstoffen (Anilin-Virage) und der chemischen Veränderung des Materials (chemische Virage).3
Viragen waren meist monochrom, bestimmte Farben sollten unterschiedliche Stimmungen (rot für Feuer) transportieren oder Tag-(gelb) und Nachtszenen (grün/blau) erkennbar machen. Durch Kmbination der Verfahren waren mehrfarbige Viragen möglich.- F. J. M. Hansen 1921
Filmkolorierung
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Mit Pastellfarben (Eiweißlasur) kolorierte Filme gab es seit Beginn der Kinematographie in den 1890er Jahren. Sporadisch liefen in den meisten Kinematographen kolorierte Filme. Um 1907 boten einige Kinos „Bunte Wochen“ an, an denen mehrere ausschließlich kolorierte Filme hintereinander liefen. Prinzipiell jede/r im Retouchierhandwerk ausgebildete Photograph/in bzw. photographische Hilfskraft war in der Lage, die damals noch relativ kurzen Films von Hand zu kolorieren. Später nutzte man auch Kolorierschablonen. Bereits 1907 wurden Patente für Koloriermaschinen angemeldet.
Wir stellen hier uns bekannte FilmkoloristInnen vor.
- Frau Schaar, 19074
- Jean Epkens Rheinische Filmklinik1907
- Henry Hohl 1907
Filmherstellung
folgt
Filmverleih
siehe Verleihfirmen
Kinoreklame
- Joseph Remmlinger Kino-Photo-Reklame1921
- Walter Lindlau, Diapositive, Entwurf und Ausfährung, Hansaring 82,1940
- Ferri Werbedias, 1947
- Bifire Werbedias 1949/1950
- Peter Lehmenkühler, Köln-Buchforst, Galileistraße 9, 1951
- Christ. Scheuch, Weißhausstraße 42, 1954
Filmtransport
siehe Filmtransportunternehmen
Filmverwertung
Filmkopien wurden in den ersten Jahrzehnten der Kinematographie nicht als erhaltenswert angesehen. Wenn die Kopie, auch durch den in den 1910er Jahren aufkommenden Pendelbetrieb zwischen mehreren Kinos, stark verregnet war, viele Schäden durch häufiges Abspielen, Klebestellen etc. aufwies, wurde sie der Wiederverwertung zugeführt. Die Filme wurden dazu in eine Filmwäscherei überführt, dort wurden die Filme meist von weiblichen Angestellten nach der Güte ihres Zelluloidträgers sortiert und neu zurammengeschnitten. Der Film durchläuft chemische Bäder (Kalilauge) bis die Bildinhalte vollständig ausgewaschen sind. Der übriggebliebene Zelluloidträger wird je nach Qualität zu Lack, Kunstlederutensilien, Zelluloidgegenständen oder Kitt weiterverarbeitet. Die im chemischen Bad verbliebenen Bestandteile (Silber etc.) werden ebenfalls abgeschieden und wiederverwendet.
In Köln wurde 1933 die (Kölnische) Filmverwertung GmbH ins Handelsregister eingetragen. Geschäftsführer sind Kaufmann Jakob Schnelling und Jurtizrat Dr. Max Isidor Bodeheimer, beide Köln. Schnelling bringt das Inventar seiner schon existierenden Filmwäscherei in das Unternehmen, mit Heizanlage und Trockenapparaten etc. 1934 wird Bodenheimer als Geschäftsführer abberufen und ersetzt, möglicherweise ein Fall von Arisierung. 1938 wurde die Gesellschaft aufgelöst.
Zelluloid
Der erste flexible Filmträger
Hier haben wir unsere Annäherung an ein, nicht nur die Sehgewohnheiten sprengendes Material verlinkt.
Quellen:
1 Kinematograph Nr.177 Mai 1910
2 Kinematograph Nr.29 Juli 1907
3 https://filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/v:virage-849
4 Kinematograph 1907