Lebende Photographien in Köln
Stollwerck und der Cinématographe Lumière
ZurückLudwig Stollwerck war einflußreicher, gut vernetzter Bonbon- und Schokoladenfabrikant in Köln. Mit seinen Geschwistern war er Erbe eines Unternehmens, das sein Vater Franz Stollwerck aufgebaut hatte. Wie sein Vater begeisterte er sich für zeitgenössische populäre Unterhaltungsformen, die nebenbei geeignet waren, den Verkauf von Konditorei- und Süßwaren zu unterstützen. Franz Stollwerck hatte auf der Schildergasse ein Kaffeehaus und später ein Vaudeville-Theater geführt in dem er die damals bekannten optischen Vorformen der Kinematographie, Wandelbilder und Riesen-Cycloramen, wie damals üblich mit Musikbegleitung präsentierte.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Ludwig Stollwerck wollte die Innovationen im der Ton- bzw. Bildtechnik nicht nur verkaufsfördernd für seine Produkte einsetzen, sein Vermögen erlaubte es ihm, Beteiligungen, Lizenzen und Ausbeutungsrechte in diesen Bereichen zu erwerben. Dabei interessierte ihn natürlich besonders die Entwicklung der Automatentechnologie hin zu Automaten-Restaurants, in denen Automaten als Spender für Lebensmittel (Bonbons, Schokolade) eingesetzt wurden, sowie audio-visionelle Automaten (Schnellseher, Mutoskope[mechanische Kurbel-Daumenkinos], Phonoskope, Kinetoskope), die geeignet waren ein Massenpublikum anzuziehen und damit auch für die Stollweck'schen Produkte begeistert werden konnten.
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Stollwerck hatte sowohl die Entwicklungen in den USA (Edison und seine Mitarbeiter) sowie in Europa (Anschütz in Deutschland, Demenÿ in Frankreich, Birt Acres in England) genau im Blick und baute im Lauf der 1890er Jahre strategische Bündnisse mit den Erfindern auf. Er gründete im Dezember 1892 mit dem Schweizer William Gibbs-Clarke und Georges Demenÿ die Société du Phonoscope zur Vermarktung von Demenÿs Phonoskop2. Im August 1895 gründete Stollwerck mit seinen Brüdern Peter Joseph, Heinrich und Carl Stollwerck als persönlich haftende Gesellschafter und insgesamt alleinige Teilhaber der schon bestehenden Handels-Gesellschaft „Königlich-Preußischen und Kaiserlich-Österreichischen. Hof-Chocoladen-Fabricanten Gebrüder Stollwerck“. Im Oktober des Jahres übernahmen Ludwig uns Peter Joseph Stollwerck die Geschäftsführung bei der Deutschen Edison-Phonographen GmbH mit Sitz in Köln. Deren Zweck war Erwerb und Ausbeutung der Deutschen Reichspatente der 1890 in Orange New Jersey gegründeten Edison United Phonograph Company. Diese war wiederum für die Herstellung und Vertrieb von Phonographen und Graphophonen außerhalb US und Kanada gegründet worden. Eine Beteiligung an der „Deutsch-Österreichischen Edison Kinetoskope Compagnie“, folgte.3.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Am Montag, den 21. April 1896 führte die Deutsche Automaten-Gesellschaft Stollwerck & Co am Mittag in einem Saal im Erdgeschoss des Hauses Augustinerplatz 12 vor geladenen Publikum zum ersten Mal den Kinematographen vor. Oberlehrer Dr. Hilburg vom städtischen Realgymnasium hielt einen einleitenden Vortrag, durch welchen das Wesen der neuen Erfindung auch für denjenigen vollständig klar dargelegt wurde, der den epochemachenden Erfindungen Edisons auf diesem Gebiete nicht gefolgt war. Daß Hilburg sich weniger auf die Gebrüder Lumière als Edison bezog, überrascht nicht. Edison war durch seinen Phonographen ungleich bekannter, außerdem galt der Kinematograph als verbesserte Fortführung von Edisons Kinetoskop.
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Ab 1897 verkaufte Stollwerck exklusiv Betriebslizenzen für den Cinématographe Lumière und das dafür produzierte Filmmaterial.
Quellen:
1
2 https://www.victorian-cinema.net/stollwerck, https://www.cinematheque.fr/fr/catalogues/appareils/collection/visionneuse-et-projectionneuse-de-cliches-chronophotographiquesap-95-1777.html
3 https://edison.rutgers.edu/life-of-edison/companies/company-details/phonograph,-foreign/edison-united-phonograph-company