Aziz B. Cotta
Kinobetreiber
Wir gehen davon aus, dass es sich bei dem Filmverleih- und Kinobesitzer Dr.Cotta und dem späteren Präsident der ägyptischen Handelskammer zu Berlin e.V. um eine Person handelt.
Dr. jur. Aziz B. Cotta, (1898-1959) 1898 geboren in Ägypten, absolvierte vermutlich Jurastudium im Europa, seit 1923 in Düsseldorf ansässig, dort verheiratet, drei Kinder. Die 1923 gegründete Omnium Handelsgesellschaft mbH Düsseldorf wird Anfang 1924 unter Geschäftsführern Aziz Cotta und dem ebenfalls filminteressierten Elie Laniado zur Omnium Filmgesellschaft mbH. 1925 ist Cotta Geschäftsführer der Deutschen Film-Import und Export-Gesellschaft mbH. 1929 residiert der Omnium-Film-Verleih in Düsseldorf Oststraße 110.
1928 übernimmt Cotta die Kammerlichtspiele auf der Hohe Straße in Köln.
1930 Cotta übernimmt den Fränkischen Hof in Kölm
1930/31 Kölner Kino Gmbh, (Cotta) Fränkischer Hof, Kammer-Lichtspiele, Hohe Straße 90, Tivoli
1931
Cotta besitzt nun Kinos überall im Rheinland: In Hagen gehören ihm mittlerweile die Kammer-Lichtspiele und der Lichtspielpalast, in Duisburg der Primus-Palast, in Elberfeld das von der Allgemeinen Kinematographen Gesellschaft mbH (AKG) (die spätere PAGU) eröffnete Union-Theater (U.T.). In Köln über Beteiligung an der Rheinlichtspiele GmbH das Tivoli in Nippes.
Im Juni löst Dr.Cotta seinen Pachtvertrag mit dem Elberfelder Kinobetreiber Eduard Kirchhoffer für das Union-Theater Wuppertal-Elberfeld, Kirchhoffer führt wieder den Westfalia-Palast in Elberfeld. Cotta will das U.T. nun selbst renovieren und als Tonfilmtheater neu eröffnen.
Er verläßt in diesem Jahr auch die Omnium Filmverleih GmbH um sich seinen 8 Kinos zu widmen. Als 9.Kino eröffnet er das Residenz Theater, Köln-Mülheim eröffnet.
Im August, übergibt Cotta die Direktion des neueröffneten, U.T. Elberfeld an Kinobetreiber Wilhelm Gerard aus Duisburg, nach Angaben in der Zeitschrift Kinematograph sein Schwiegervater.
1932
Im Oktober Gründung der Lichtspiel-Theater-Betriebe GmbH, Hagen. Geschäftsführer ist der Kölner Heinrich Schotters. Unternehmensgegenstand: An- und Verkauf, sowie Betrieb von Kinos und Theatern und allen einschlägigen Utensilien. Ende Dezember betreibt die Gesellschaft folgende Kinos:
- Viktoria Lichtspiele, Hagen seit 1932 Cotta
- Gloria-Palast Duisburg
- Union Theater Wuppertal-Elberfeld
- Stammmhaus-Lichtspiele, Essen-West
- Fränkischer Hof, Köln
- Kammer-Lichtspiele (ehemals Pariser Kinema), Köln
1933
Im März 1933 erfolgte die Gründung der Vereinigten Kino-Theater GmbH, Unternehmensgegenstand: An- und Verkauf, sowie Betrieb von Kinos und Theatern und allen einschlägigen Utensilien. Geschäftsführer: Wilhelm Gerard Düsseldorf, Prokura: Heinrich Schotters Köln. Das Unternehmen umfasst folgende Kinos:
- Lichtspiele des Westens (LDW)
- Boccaccio
- Residenz Theater, Köln-Mülheim
- Primus-Palast (ehemals Rheinland-Lichtspiele) Köln-Ehrenfeld
- Tivoli, Köln-Nippes
- Lichtspiel-Palast (LiPa) Hagen, (das intime Theater der Damen)
- Primus-Palast Duisburg.
Anfang 1933 wird der Sitz der 1921 in Köln gegründeten Rheinlichtspiele GmbH nach Hagen verlegt. Die GmbH betreibt in Köln das Residenz Theater das Tivoli, Primus-Palast, die Lichtspiele des Westens (LDW), das Boccaccio Kammer-Lichtspiele, und den Fränkischer Hof Im August 1933 übernimmt Schotters die Geschäftsführung der Rheinlichtspiele GmbH von Cotta. Im September 1933 wird die Rheinlichtspiele GmbH unter Geschäftsführer Heinrich Schotters wieder nach Köln verlegt.
1934
Im Februar erfolgt die Gründung der Ägyptischen Handwerkskammer Berlin e.V. Cotta wird zu ihrem Präsident gewählt. Er ist darüber hinaus Beauftragter der deutschen Handelskammer für Aegypten, und Sonderbeauftragter der ägyptischen Handelskammer in Kairo.
1933/34 Lichtspiel-Betriebs Gmbh Kammer-Lichtspiele, und den Fränkischer Hof, Rheinlichtspiele GmbH führt LDW und Tivoli, Vereinigte Kino-Theater GmbH führt Boccaccio, Primus-Palast Ehrenfeld und Residenz, Mülheim
1935
Die Lichtspiel-Theater-Betriebe GmbH werden von Hagen nach Köln verlegt.
1936
Vereinigten Kino-Theater GmbH- Fränkischer Hof, Köln
- Kammer-Lichtspiele (ehemals Pariser Kinema), Köln
- Lichtspiele des Westens (LDW)
- Residenz Theater, Köln-Mülheim
- Primus-Palast (ehemals Rheinland-Lichtspiele) Köln-Ehrenfeld
- Tivoli, Köln-Nippes
1937
Das Vermögen der Vereinigten Kino-Theater GmbH wird übertragen auf die neue Vereinigten Kino-Theater OHG Wilhelm Gerard.
Das Vermögen der Rheinlichtspiele GmbH wird auf den alleinigen Gesellschafter Cotta übertragen.
1938
Kinobetriebe Dr.Cotta Büro: Friesenwall 57
Cotta und Heinrich Schotters lassen das Tivoli umbauen.
Weiteres folgt in Kürze
1939
Cotta fällt bei NS-Regime in Ungnade. Obwohl sich Cotta, wie Zeitungsberichte belegen, in schmerzhafter Weise als Handelskammerpräsident dem NS-Regime angedient hatte, fällt er ab 1939 bei den Nazis in Ungnade. Cotta wird in einem Berliner Gefängnis eingekerkert, in Nürnberg interniert, sein Vermögen wird eingezogen. Ab dieser Zeit führt Franz Leu der mit seinen Theaterbetrieben im Nobelviertel Meererbusch bei Büderich residiert, Cottas Kinos weiter.