Colosseum
Schildergasse 99-101
ZurückUrsprünge
Im Jahr 1900 mußte die alte Tonhalle für einen Neubau namens 12 Apostel weichen. Am ersten Dezember 1900 wurde darin unter dem Name Colosseum eine der damals angesagten Vergnügungsstätte, bestehend aus Festsaal und vielfältiger Restauration eröffnet. Im Erdgeschoß befand sich zudem eines der der zu dieser Zeit massenhaft entstehenden Automatenrestaurants.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1906 Wanderkinematographen
Um 1906 gab es im großen Fest- und Versammlungssaal regelmäßig Programm für die ganze Familie. Hauptattraktion waren die populären Possen und Lustspiele des Burleskenensembles von Jean Blatzheim und Christian Witt. Ab November 1906 engagierte man einen Wanderkinematographen, der die um 16.00 Uhr beginnende Nachmittagsvorstellung mit einer Vorstellung von Kurzfilmserien krönte. Während die Werbe-Annonce lediglich die durch die Gebrüder Lumiere populär gewordene Bezeichnung Kinematograph verwendete, fanden sich in der zeitgenössischen Berichterstattung präzisere Angaben. Sie erwähnten die stets neuen, belehrenden bzw. belustigenden Bilder von Nöggeraths Bioskop. Der Operateur setzte also einen Royal-Bioscope-Projektor des niederländischen Kino Pioniers Franz Anton Nöggerath (1859-1908)1 ein. Nöggerath, der in Amsterdam sein Spezial-Geschäft für lebende Photographie betrieb und seinen Apparat im Kinematograph als beste Schlußnummer in jedem Variété-Programm annoncierte. Ende November fanden im Colosseum Mittwoch- und Samstagnachmittag einige Sondervorstellungen mit Nöggeraths Royal-Bioscope für Familien bzw. Schüler statt.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1908 Millowitsch-Bühne
Um 1908 beherbergte das Colosseum dauerhaft die Plattkölnische Bühne der Familie Millowitsch.
1921 - Boccaccio-Künstlerspiele
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Im Februar 1921 wurde das Colosseum unter dem Namen Boccaccio zum Cabaret. Edmund Marx führte das Metropol-Varieté und Metropol-Palast in der Apostelnstraße mit dem Boccaccio Cabaret auf der Schildergasse 99-101. Mit Hermann Job führte er das Metropol Theater in der Apostelnstraße weiter.
1924 Boccaccio Theater Film und Bühne
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Kinofachmann Willy Hünnes, der mit Carl Sahler die ebenfalls auf der Schildergasse befindlichen Apollo Lichtspiele betreibt, übernimmt die Direktion des im Haus des ehemaligen Colosseum/ Millowitsch-Bühne neu eingerichteten Boccaccio Theaters für Film und Buntbühne(=Cabaret, Ballet, Varieté-Einlagen). Das Kino wird unabhängig von Künstlerspielen, Restaurant etc. von der Boccaccio-Theater Film und Bühne GmbH geführt.
Der umgebaute Saal mit Deckenbeleuchtung fasst 1000 Plätze und ist in Rot gehalten, mit Goldleisten und vergoldetem Stuck als Zierelementen.
In der Vorführkabine hält die gerade angesagteste Projektionstechnik Einzug: zwei Mechau Projektoren geliefert von der Rheinkipho2.
Die Eröffnungsvorstellung findet am 10.September 1924 statt. Eröffnungsfilm: Cecil B. DeMilles Erstverfilmung der Zehn Gebote von 1923, begleitet von großen 32-köpfigen Orchester unter der Leitung von Carl Vonhof (Berlin). Konzertsängerin Frl. Emmy Pott sang zur Einweihungsfeier.
1929 Lichtspiele des Zentrums
Jean Bringemeier wird Eigentümer des Gebäudes.Im März 1929 ist Georg Besser Theaterleiter. Im September 1929 wurde das Boccaccio Theater zu den Lichtspielen des Zentrums, Betreiber: Lichtspiele des Zentrums GmbH, Pächter:Bringemeier, Direktion: Georg Besser3. Der neue Betreiber führt auch die Lichtspiele des Westens (LDW) und will die Namen der Kinos angleichen.Kinematograph März 1929 Nr.79
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1931
Mitte 1931 übernimmt die Colonia-Lichtspiele GmbH/Lichtspielbühne (Köln) GmbH das Kino. Mit dem Programmwechsel im November heißen die Lichtspiele des Zentrums wieder Boccaccio-Theater4.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1937 Wilhelm Fink
1939 August Hofedig mit dem Fränkischen Hof
1941 Johann Behringer
Quellen:
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Anton_N%C3%B6ggerath
2 Kinematograph Nr 913, August 1924
3 Kinematograph März 1929 Nr.79
4 Kölner Lokal-Anzeiger v.11.November 1931