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Die Brodmeyers aus Elberfeld

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Der Journalist Harald Dülfer erwähnte im Teil 6 seiner für die „Neue Rhein Zeitung“ geschriebenen Serie über die frühe Wuppertaler Kinogeschichte „Brodmeyers Kino an der Klotzbahn (Eröffnungsdatum ca. 1909)“. Brodmeyer soll dort einen Tanzsaal mit Kinematograph betrieben haben. Albert Brodmeyer sen. findet sich in Elberfelder Adressbüchern um 1909 als Wirt und um 1911 als Wirt und Kinematographenbesitzer.

Am 14.September 1911 gründeten Albert Brodmeyer sen. und Albert Brodmeyer jun. die oHG A. Brodmeyer & Co. Die am 22.März 1912 ins Handelsregister eingetragene Gesellschaft löste sich im Oktober 1912 schon wieder auf.

Ab dem 10. Juni 1913 meldeten mehrere Zeitungen, daß der Elberfelder Kinematographenbetreiber Brodmeyer wegen Lustbarkeitssteuerhinterziehung zu 6 Monaten Gefängnis und 30 Mark Geldstrafe verurteilt wurde. Albert Brodmeyer sen. und sein Sohn hatten einen Stempel der städtischen Steuerverwaltung nachmachen lassen und diesen dazu benutzt, selbst Eintrittskarten für sein Kinematographentheater abzustempeln, um die Lustbarkeitssteuer zu umgehen. Der Steuerbehörde fiel das Defizit bei der von Brodmeyer zu entrichtenden Lustbarkeitssteuer schnell auf und sie schaltete die Polizei ein, die Brodmeyer sen. sofort verhaftete. Albert Junior hatte sich der Strafverfolgung durch Flucht entzogen. Brodmeyer sen. bat die Stadt von einer Anzeige abzusehen, im Gegenzug bot er die Zahlung des vierfachen Betrags der hinterzogenen Steuer und einer Bußgeldzahlung von 1000 Mark an. Dies lehnte die Stadt ab, da es sich um eine Straftet handelte und die Brodmeyers als abschreckendes Beispiel für (potentielle) Nachahmer unter Kinematographenbetreiber dienen sollten2. Ob Brodmeyer jun. noch belangt wurde ist unbekannt.

Für Brodmeyer sen. könnte die Verurteilung finanzielle Folgen gehabt haben. Bereits im Juli 1913 wurde ein Grundstück aus Brodmeyers Besitz zwangsversteigert. Vermutlich handelte es sich um sein Haus in der Hochstraße 66 in Elberfeld. Aus Teil 7 von Dülfers Serie geht hervor, daß Brodmeyer sen. sein Kino jedoch ca. 1914 schließen bzw. aufgeben mußte. In den Elberfelder Adreßbüchern existiert kein direktern Hinweis auf einen Saal mit Kinematographen auf der Klotzbahn in diesem Zeitraum.

Im Nachlass von Albert Brodmeyers Nachkomme Arthur Brodmeyer fand sich jedoch ein Buch, daß aus dem Elberfelder Sieges-Theater. Dieses zum Weinrestaurant Siegeskeller gehörige Sieges-Theater in der Schwanenstraße 26 eröffnete tatsächlich zu dieser Zeit es kann jedoch nicht mit Brodmeyer in Verbindung gebracht werden. Albert Brodmeyer jun. übernahm um 1914 in Köln die Leitung der Union-Lichtspiele.

Quellen:
1 Handelsregistereintragungen März 1912
2 Niederrheinisches Tageblatt v. 14.Juni 1913