Internationales Biograph-Theater
Hohe Pforte 10
ZurückBetriebsgesellschaft/Betreiber
- Deutsche Mutoskop & Biograph Gesellschaft
- Louppen & Co Biographen-Theater GmbH
- Konstantin Haas
Kino-Name
Der Name Biograph-Theater nimmt Bezug auf die Deutsche Mutoscop & Biograph Gesellschaft, von der Kinematographen-Theater mit diesem oder ähnlichem Namen Projektionsequipment (und Filmmaterial) bezogen. Alternative Namen waren American Biograph Theater oder Electro-Biograph-Theater o. ä. Ein beliebtes Werbelogo der Kinematographen, die mit der Deutschen Mutoskop zusammenarbeiteten waren zwei gekreuzte Flaggen. Die linke Flagge sollte die National/Handelsflagge des Deutschen Kaiserreiches(Schwarz-Weiß-rot) darstellen, die rechte die US-Flagge.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Eröffnung
Am 19.Mai 1906, einem Samstag, um 18.00 Uhr eröffnete das Internationale Biograph-Theater (Theater lebender Photographien).
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Ort
Hohe Pforte 10, historische Namenszusätze: vis á vis Heinzelmännchen-Restaurant. Bei der Hohen Pforte handelt es sich um eine Verlängerung der Hohe Straße. Eigentümer der Häuser Hohe Pforte 10 und 12 war der Kaufmann Adam Grosman. Anfang 1906 wurde im Haus 10, in dem zu dieser Zeit auch der Kölner Photograph Carl Ibscher sein Atelier betrieb, das große Ladenlokal frei, in dem das Internationale Biograph-Theater seinen Betrieb aufnahm.
Projektionstechnik
Biograph-Projektoren der American Mutoscope & Biograph Company bzw. unter deren Lizenz in Deutschland hergestellte Geräte. Während das Mutoskop eine typische Jahrmarks- und Automatengeschäfts-Attraktion darstellte, war der Biograph-Projektor für die professionelle Vorführung konzipiert. Leider wurde der Biograph-Projektor sowie das zugehörige Filmmaterial schon 1903 auf die 35mm-Norm umgestellt. Sonst wären auch die Zuschauer des Biograph-Theater in den Genuß von annähernd 70mm Aufnahmen gekommen.
Begleitung der lebenden Photographien
Das Biograph-Theater bot als Bildbegleitung belehrende Texte und Musik an. Ob es sich um erklärende Zwischentitel oder um gesprochene Erklärungen eines Kino-Rezitators handelte, bzw. ob die Musik vom Grammophon oder manuell bedientem Instrument kam, ist nicht bekannt.
Programm
Unter dem etwas elitäre klingenden Beinamen Biographisches Institut war das Internationale Biograph-Theater (wie alle Kinos die ihr Material von der Deutschen Mutoscop bzw. ihrer Muttergesellschaft bezogen)eine Art Vorläufer des Aki (Aktualitäten-Kinos), spezialisiert auf (einigermaßen aktuelle) wahrheitsgetreue biographische Aufnahmen aus aller Welt, nach Art der später aufkommenden Wochenschauen, aufgelockert durch humoristische Einlagen.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Umwandlung in eine GmbH
Im Dezember 1906 stieg der Kaufmann Josef Louppen in die Firma ein, das Internationale Biograph-Theater wurde in die Louppen & Co Biographen-Theater GmbH (HRB Nr.891) umgewandelt Louppen, dem das Biographen-Theater zu vier Fünfteln gehörte, wurde auch Geschäftsführer. Das verbleibende Fünftel gehörte dem Kölner Gutsverwalter Carl Schäfer. Zur Deckung ihrer Stammeinlagen von insgesamt 25000 Mark brachten die Gesellschafter das Biographen-Theater mit allen Apparaten in die Gesellschaft ein2.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Im Mai 1907 schied Louppen als Geschäftsführer aus und wurde von dem Kaufmann Josef Dahmen ersetzt3.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Übernahme durch Konstantin Haas
Ende 1907 übernahm Konstantin Haas die Geschäftsführung des Biograph Theaters4.
Im Juni 1912 wurde Louppens Name formell aus dem Firmennamen gestrichen. Die Firma hieß danach:"Biograph-Theater GmbH5. Den Beginn des 1.Weltkriegs scheint das Theater nicht mehr erlebt zu haben.
Quellen:
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Mutoskop-_und_Biograph_GmbH
https://de.wikipedia.org/wiki/American_Mutoscope_and_Biograph_Company
2 Handelsregistereintragungen
3 Handelsregistereintragungen Kölnische Zeitung (7.5.1907) 483/484/485/486/487
4 Kinematograph Oktober 1907 Nr.44
5 Kölnische Zeitung (24.6.1912) 713/714/715