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Union Theater

Hohe Straße 23-25/Hohe Straße 132

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Gründungs-/Betriebsgesellschaft

1907 wurde die Gesellschaft unter dem Firmennamen: Allgemeine Kinematographen-Theater-Gesellschaft, Union-Theater für lebende und Tonbilder GmbH, Frankfurt am Main mit dem Zusatz Zweigniederlassung in Cöln (HR Nr. 1031) gegründet. Zeitgleich entstanden weitere Zweigniederlassung in u. a. Düsseldorf, Elberfeld und Essen. Geschäftsführer der neuen Gesellschaften war Robert Dörner, Kaufmann in Frankfurt. Gegenstand des Unternehmens war die Errichtung von Kinematographen-Theatern in Deutschland und im Ausland mit Ausnahme von Frankfurt am Main.

Kino-Name und Logo

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Werbung für das Union-Theater mit Uncle Sam-Maskottchen in: Kölner Local-Anzeiger 2.Februar 1908
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Der Name Union Theater für alle von dieser Gesellschaft betriebenen Kinos ist in diesem Kontext möglicherweise als Hinweis auf die industriell fortschrittlich, großstädtischen Nordstaaten („The Union“) hier Synonym für die ganzen USA stehend, als technische Marktführer der neuen Bild- und Tontechniken. Entsprechend setzte sich das Logo aus drei Motiven zusammen: oben befanden sich zwei gekreuzte Flaggen (die damals gültige Nationalflagge des deutschen Kaiserreichs und die Nationalflagge der USA) in der Mitte folgten Bestandteile des offiziellen Staatswappens der USA, der Weißkopfseeadler mit Wappen als Symbol der Union (E pluribus unum = aus vielen wird eine) und dem Akronym der AKG.

Das Werbemaskottchen der AKG, sowie auch anderer Theater, die kinematographische und/oder phonographische Technik bzw. Filmmaterial von Lizenznehmern US-amerikanischer Firmen (American Biograph, Edison) einsetzten war ein großer, dünner, etwas mürrisch wirkenderer Uncle Sam, komplett mit Zylinderhut mit Sternenband, Streifenhose, wehendem Haar und Kinnbart, der mit seinen langen spitzen Schuhen auf der Weltkugel steht. Während der Zeigefinger seiner rechten Hand auf die Weltkugel gerichtet ist, formt sich seine linke Hand zur Flüstertüte zur Verstärkung des seinem weit geöffneten Mund mit dem Ausruf "Kinematograph", comicartig als sich zum Ende hin vergrößernder Schriftzug ausgeführt. In den Vereinigten Staaten wurde Uncle Sam, die auch in der restlichen Welt bekannteste männliche Verkörperungen der USA, in der Werbung zunehmend als Vater aller, natürlich nach dieser Lesart ausschließlich von den USA erfundenen technischen Neuerungen (Schreibmaschine, Phonograph, Telefon etc.) eingesetzt. Auch der Edison Phonograph wurde mit einem stilisierten Uncle Sam beworben.

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Werbung für das Union-Theater mit Uncle Sam-Maskottchen in: Kölner Local-Anzeiger 8.September 1907
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Electrophon-Theater Aachen mit Uncle Sam Maskottchen in: Aachener Anzeiger v. 12.Januar 1908
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Internationales Biograph-Theater Aachen mit Uncle Sam-Variante in: Aachener Anzeiger v. 12.Januar 1908
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Eröffnung

Die Eröffnung fand am 25.August 1906 um 19.00 Uhr statt.

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Werbung für das Union-Theater mit Uncle Sam-Maskottchen in: Kölner Local-Anzeiger 25.August 1906
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Ort

im großräumigen Parterre des Hauses Hohe Straße 23-25 (historische Adresszusätze: am Bismarck-Denkmal, Ecke Blindgasse, gegenüber Augustinerplatz) hatte bis 1903 das Emaille-Haus Gebrüder Hindrichs bestanden. Danach Baruch und Cie. ein Kleidergeschäft. Nach dessen Konkurs im Jahr 1905 bezog die AKG die Geschäftsräume im Parterre. Ganz in der Nähe, am Augustinerplatz 12 hatte 1896 Stollwerck Kinogeschichte geschrieben.

Projektionstechnik

Uncle-Sam-Maskottchen und Flaggen-Logo lassen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf amerikanische Fabrikate schließen. Die Werbung für das Düsseldorfer Theater nennt Vitascope-Projektoren.

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Die Werbeannonce zur Eröffnung des Theaters in Düsseldorf erwähnt, dass man auf Vitascope-Apparaten vorführt in: General-Anzeiger für Düsseldorf und Umgegend v. 21.November 1906
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Begleitung der lebenden Photographien

Vorstellungen mit Orchesterbegleitung. Die Pausen zwischen einzelnen Bildbeiträgen wurden durch Vorträge eines Symphoniums bzw. Phonograph ausgefüllt. Ab Mai 1907 wurden auch Tonbilder gezeigt.

Programm

Ununterbrochene Vorstellung

Neuigkeiten aus aller Welt, Lehrfilme, Humoresken. Die finanzkräftige AKG war in der Lage mit ihrem Biograph-Equipment eigene Aufnahmen herstellen zu lassen und in ihren Union-Theatern zu präsentieren. Eröffnungsprogramm (Auswahl): Zunächst sah man den Einzug der Düsseldorfer Husaren in Krefeld an der Seite des Kaisers, Szenen aus dem Herkomer=Automobil=Rennen1 und die Humoreske „Blinder Alarm“.

Ausstattung des Saals

Amphitheaterartig angeordneten Sitze, dunkelrotes Gesamtdekor. Eine Belüftungsanlage war vorhanden, Rauchen während der Vorführung gestattet.

1906 Ein zweiter Saal

Am 23.Dezember 1906, in der Hohe Straße 9a eröffnete das Kosmos Theater, gab die AKG die Eröffnung eines zweiten Kinosaals im 2.OG Hohe Straße 23-25.

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Werbeannonce zur Eröffnung des zweiten Theaters im Obergeschoß in: Kölner Local-Anzeiger v. 23.Dezember 1906
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1907 Einführung der Tonbildprojektion

Ab Mai 1907 wurden im Union-Theater auch Synchronbilder, singende, sprechende und musizierende Photographien gezeigt. Wie bei vielen Theatern erfolgte der Wechsel zwischen lebenden und Tonbildern stündlich.

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Werbung für Tonbilder im Union-Theater in: Kölner Local-Anzeiger 1.Mai 1907
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1910 Neuer Spielort

Die Kölner Filiale des Union-Theaters wird in die Hohe Straße 132 verlegt, die vorher schon die Büroräume beherbergte.

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Werbung für das an der neuen Spielstätte Hohe Straße 132 wiedereröffnete Union-Theater (U.T.) in: Kölner Local-Anzeiger 11.März 1910
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

1911 Aus AKG wird PAGU

Um 1911 werden sämtliche Zweiggesellschaften der Allgemeine Kinematographen-Theater-Gesellschaft, Union-Theater für lebende und Tonbilder GmbH, Frankfurt Main aufgelöst, die Kölner Filiale im Februar 1911. Dörner ist Liquidator. Die AKG geht in der Projektions-Aktien-Gesellschaft Union (PAGU) auf.

Monopolkriege

Die PAGU untersagt den Betreibern des Scala Aufnahmen von einem Boxkampf zu zeigen, für den sie das Monopol hat.

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in: Kölner Local-Anzeiger 26.Januar 1911
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Spätere Betreiber

Im aufgegebenen Standort Hohe Straße 23-25 residierte von nun an das Bismarck-Theater. Der Name Bismarck-Theater resultierte aus der Nähe zum Bismarck-Denkmal.

Betreiber 1911 ist Heinrich Anger.

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Das Bismarck-Theater wirbt für Schülervorstellungen in: Kölner Local-Anzeiger 10.November 1911
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Das Kino auf der Hohe Straße 132 wurde von verschiedenen Betreibern weiter als Union-Theater geführt. Später wird das Kino nach der gegenüberliegenden Passage benannt.

Union-Theater, GmbH, Köln. Hohe Straße 132. Gegenstand des Unternehmens: Pachtung und Betrieb von Lichtspieltheatern. Stammkapital: 10 500 Goldmark Geschäftsführer: Kaufleute Peter Bilstein, Adolf Kämmerling und Artur Schmnidt. Köln.

1930 Neubau

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Die Erben des verstorbenen Paul Virnich suchen Architekten für den Neubau in: Kölnische Zeitung v. 10.August 1930
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Kino für Jedermann 12

Die Erben des verstorbenen Paul H. Virnich wollten das ursprüngliche Gebäude 1930 abreißen. Das scheint nicht geschehen zu sein, denn Anfang 1931 betreibt Paul Jockel dort sein Kino für Jedermann 12. Im Oktober 1931 soll das Gebäude zwangsversteigert werden.

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Die Passage wird zum 12.Jedermann-Kino, beworben als einziges Kölner Kino mit ununterbrochener Tagesvorstellung in: Kölner Local-Anzeiger 29.Januar 1931
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Niedergang der Jedermann-Kinos

Jockel schließt einige Kinos aufgrund mangelnder Rentabilität wieder. Das Passage-Kino wird von den Hauseigentümern geführt.

Nach 1945

1954 entsteht auf der Hohe Straße 128-132 ein Neubau (Architekt Hans Stumpf), in dem das Kino unter dem alten Namen Passage neueröffnet wird.

1959 eröffnet Inhaber Eugen Gerards einen zweiten Kinosaal im Nachkriegsbau Hohestraße 128-132, das Filmcasino

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Die Passage wird zum 12.Jedermann-Kino, beworben als einziges Kölner Kino mit ununterbrochener Tagesvorstellung in: Kölner Local-Anzeiger 29.Januar 1931
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Ein Mini-Kino in der Passage

1973 läßt der damalige Kinoleiter Heinz Ihlenfeld das Schachtelkino Mini-Passage in seinem ehemaligen Büro (48m2) einbauen. Die Mini-Passage war ausgestattet mit 43 Sesseln, einer konzessionierten Bar, denn Trinken und Rauchen war ausdrücklich erlaubt. Das Programm bestand aus Actionfilme und Western.

Prpjektionstechnik: Aufsichtsprojektion auf in die Wand eingelassene Mattscheibe (2,55 x 1,25m), ein Projektor mit Langlaufeinrichtung projezierte über drei Spiegel.

19?? Kinocenter UFA-Passage

Quellen:
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Herkomer-Konkurrenz